Wischen um Fortzufahren

Herzmedizin für die Hosentasche: 7 Lebensretter im Vergleich – deutsche Kardio-App gewinnt Wettbewerb beim ESC

Manuela Arand | September 14, 2018 | Interessenkonflikte

Sieben Apps aus fast ebenso vielen Ländern waren zum „Best of Apps“ Contest beim ESC-Kongress in München im Rennen [1]. Die meisten richten sich an kardiologische Patienten und ihre Ärzte, aber eine auch an Pflegeheime und eine weitere an Patienten, die an der Peritonealdialyse hängen.

Und so lief der Wettbewerb: Jeder Redner hatte zehn Minuten Zeit vorzustellen, was seine App leistet und wie sie funktioniert. Dann wurde abgestimmt. Die App des Bundesverbands niedergelassener Kardiologen, „CardioCoach“ genannt, behielt dabei die Nase vorn, knapp gefolgt von „The Box“ aus den Niederlanden. Die 7 Apps des Wettbewerbs stellen wir Ihnen in den folgenden Slides kurz vor:

  • BNK CardioCoach
  • OPTILOGG
  • PD-BUDDY
  • The Box
  • ESC/CATCH-ME
  • Corrie Health Digital
  • Cubile Health Monitor

Herzmedizin für die Hosentasche: 7 Lebensretter im Vergleich – deutsche Kardio-App gewinnt Wettbewerb beim ESC

Manuela Arand | September 14, 2018 | Interessenkonflikte

BNK CardioCoach – der Gewinner: Für Patienten mit Herzkreislauferkrankungen

Ziel der App: Das Fehlen einer elektronischen Gesundheitskarte mithilfe des Smartphones auszugleichen, Doppel-Untersuchungen zu vermeiden, Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

Das kann die App: Monitoring von Vitalfunktionen und körperlicher Aktivität, Dokumentation aller relevanten Befunde und Verordnungen. Mit einer Erinnerungsfunktion (Medikation) sorgt sie für bessere Adhärenz. Weitere Funktionen in Planung: z. B. Datenaustausch mit Devices wie Smartwatches und Fitnesstrackern sowie ein Modul für Forschungsprojekte.

Anbieter: Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK), Deutschland,

Bezugsquellen: https://web.bnk-cardiocoach.de/appstore sowie übliche App-Stores (kostenlos)

Herzmedizin für die Hosentasche: 7 Lebensretter im Vergleich – deutsche Kardio-App gewinnt Wettbewerb beim ESC

Manuela Arand | September 14, 2018 | Interessenkonflikte

OPTILOGG: Für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz

Ziel der App: Patienten zu aktivieren und die Selbstwirksamkeit zu verbessern bei einer Patientengruppe, die wenig internet-affin ist. Außerdem soll sie helfen, Dekompensationen vorzubeugen durch die Verknüpfung mit einer Körper-Waage (s. Presse-Foto von Optilogg).

Das kann die App: Es handelt sich um eine Tablet-Software, die auch ohne Internetanschluss funktioniert. Sie überwacht Symptome und bietet eine individualisierte Schulung durch selbstlernende Software. Außerdem: gewichtsadaptierte Titration von Diuretika und zeitnahe Prädiktion von Dekompensationen und Warnfunktion.

Anbieter: Unternehmen CareLigo, Schweden

Bezugsquelle: www.optilogg.com (englisch), Orderplattform https://portal.careligo.se/ (schwedisch)

Herzmedizin für die Hosentasche: 7 Lebensretter im Vergleich – deutsche Kardio-App gewinnt Wettbewerb beim ESC

Manuela Arand | September 14, 2018 | Interessenkonflikte

PD-BUDDY: Für Patienten an der Peritonealdialyse

Ziel der App: Sie soll speziell die Versorgung in ländlichen Gegenden verbessern und mehr Patienten die Heimdialyse (Foto: Symbolbild) ermöglichen. Außerdem: Sie zeigt frühzeitig drohende Komplikationen an und könnte so die Zahl der Hospitalisierungen reduzieren.

Das kann die App: Monitoring dialyse- und patientenbezogener Daten, Transfer von Daten an die Klinik per Smartphone, wo diese von spezialisiertem Pflegepersonal ausgewertet werden. Dann erfolgt die Rückmeldung der Ärzte an die Patienten mit entsprechenden Handlungsempfehlungen. Außerdem: Foto-Upload und Terminabsprachen per App.

Anbieter: Australian e-Health Research Center/CSIRO, Australien

Bezugsquelle: iTunes App-Store in USA (kostenlos). Sprache: englisch

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Manuela Arand | September 14, 2018 | Interessenkonflikte

The Box: Für Patienten mit kardialen Erkrankungen

Ziel der App: Elektronische Messtechniken für klinische Praxis und Datensysteme nutzen, elektronisches Gesundheits-Monitoring.

Das kann die App: Sie integriert mitgelieferte e-Devices (Blutdruckmessgerät, Waage, EKG) und meldet die Daten per Smartphone an die Klinik. Eine Kontaktaufnahme mit dieser erfolgt nur bei auffälligen Befunden.

Anbieter: Herz-Lungen-Zentrum der Universität Leiden, Niederlande (Sprache: niederländisch)

Bezugsquelle: https://hartlongcentrum.nl/kwaliteit-van-zorg/the-box/, wird kostenlos abgegeben

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Manuela Arand | September 14, 2018 | Interessenkonflikte

ESC/CATCH-ME: Für Patienten mit Vorhofflimmern

Ziel der App: Sie soll die Leitliniengerechte und individualisierte Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern sicherstellen. Es gibt eine Version für Patienten (App myAF) und eine für deren Ärzte (App AF Manager)

Das können die Apps: „myAF“ versorgt Patienten mit Schulungsmaterial, ermutigt zur Selbstverantwortung, dokumentiert Symptome und Lebensqualität. Der „AF Manager“ hilft Ärzten mit interaktiven Tools bei der Therapieplanung und enthält die Pocket-Guideline „Atrial Fibrillation“ der ESC.

Anbieter: European Society for Cardiology

Bezugsquelle: App-Stores (Suchwort: “myAF “ und “AF Manager”, kostenlos)

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Manuela Arand | September 14, 2018 | Interessenkonflikte

Corrie Health Digital: Für Postinfarkt-Patienten

Ziel der App: Sie soll Betreuungslücken nach der Klinikentlassung schließen und das Patientenselbstmanagement verbessern.

Das kann die App: Mit Hilfe seines Smartphones und einer Smartwatch kann der Patient tägliche Behandlungsziele kontrollieren (Schritte, Puls, Fitness) und wird zum Beispiel an die Einnahme der Medikamente erinnert. Außerdem kann die App Herzkreislauf-Parameter sammeln, indem sie das Smartphone mit einem speziellen Blutdruckmessgerät verbindet. Sie besitzt auch Module für die Patientenschulung. Außerdem: Sie fungiert als Kontakt- und Terminmanager mit dem Arzt – für den Alltag und Notfälle. (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Corrie Health)

Anbieter: Johns-Hopkins University, USA

Bezugsquelle: https://corriehealth.com/, iTunes App-Store in USA, Sprache: englisch

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Manuela Arand | September 14, 2018 | Interessenkonflikte

Cubile Health Monitor: Für Pflegeheime und Kliniken

Ziel der App: die Patientenversorgung zu erleichtern, Personal zu entlasten, die Versorgungsqualität sicherzustellen.

Das kann die App: Eine mit Sensoren bestückte Matte unter der Matratze im Patientenbett misst Herzfunktion, Herz- und Atemfrequenz sowie Aktivitäten des Patienten. Die Daten werden dann in Echtzeit ans Smartphone oder Tablett weitergeleitet. Geeignet ist dies für ein Monitoring einzelner Patienten sowie ganzer Stationen (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Cubile). Geplant sind Messungen weiterer Herzkreislauf-Parameter, der Nierenfunktion und Inkontinenz. Es werden 2 Systeme angeboten mit unterschiedlichen Funktionen für Pflegeheim und Klinik.

Anbieter: Cubile Health, Österreich

Bezugsquelle: www.cubilehealth.com

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