Fall: Unregelmäßige Verdickung des gesamten Rektums bei einem 51-jährigen, HIV-positiven Patienten. Ihr Verdacht?

Folusakin Ayoade, Nadine Montreuil

Interessenkonflikte

16. Januar 2023

Die Anlage einer Viruskultur wird nach Möglichkeit vermieden, da das Prozedere meist mühsam ist und die Ergebnisse erst nach mehreren Tagen feststehen. Auch Antikörpertests gegen HSV-1 oder -2 sind diagnostisch in der Regel von nur geringem Nutzen und werden am besten vermieden. Bei diesem Patienten wurde die Diagnose einer HSV-1-Infektion immunhistochemisch bestätigt. Dazu wurde ein monoklonaler antihumaner Maus-Antikörper gegen HSV-1 (Cell Marque Corporation, Rocklin, Kalifornien; Konzentration 0,15 µg/ml) auf in Paraffin eingebetteten Gewebeschnitten verwendet.

Die Behandlung einer HSV-Infektion wird mit Aciclovir, Famciclovir oder Valacyclovir in hoher Dosierung durchgeführt. Aciclovir ist zwar kostengünstiger als die beiden anderen Optionen, gilt jedoch aufgrund der häufiger erforderlichen Gabe und der geringeren Bioverfügbarkeit als die schlechtere Wahl.

Zusammengefasst: Zur Differenzialdiagnose rektaler Massen gehört auch die HSV-Infektion. Dies gilt besonders, aber nicht allein für HIV-positive Personen. Nicht alle pilzartigen und infiltrativ wachsenden Massen im Rektum sind Karzinome. Der Patient im vorliegenden Fall hatte eine CD4-T-Zellzahl von über 200/µl. Daher lässt sich nur schwer sagen, dass ein schlechter Immunstatus der entscheidende Faktor für das ungewöhnliche klinische Erscheinungsbild war. Bei frühzeitiger Diagnose und angemessener Therapie lassen sich einige der potenziellen Komplikationen einer HSV-Proktitis verhindern.

Kommentar

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