Geboostert und trotzdem gestorben: Das sind die wichtigsten Risikofaktoren für COVID-19-Todesfälle bei 3-mal Geimpften

Maria Weiß

Interessenkonflikte

26. September 2022

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – auch nach vollständiger Impfung plus Booster-Dosis mit einem mRNA-Impfstoff kann es im Einzelfall zu kritischen COVID-19-Verläufen und Todesfällen kommen. In einer britischen Kohortenstudie wurden Risikofaktoren für tödliche Verläufe ermittelt.

Bisherige Daten zu Durchbruchinfektionen bezogen sich meist auf 1 bis 2 Impfstoffgaben und auf die Alpha- oder Delta-Variante. Zu der jetzt herrschenden Omikron-Variante und Personen mit Booster-Impfung gab es bisher kaum Daten.

Das Team um Dr. Vahé Nafilyan aus Newport, UK, hat die Daten von 19.473.570 Personen zwischen 18 und 100 Jahren ausgewertet, die 3 Impfdosen eines SARS-CoV-2-Impfstoffes erhalten haben. 4.781 dieser Personen (0,02%) sind trotz der dreimaligen Impfung an COVID-19 gestorben. Das mittlere Alter der Verstorbenen lag bei 85 Jahren (78 bis 99 Jahre). Die Ergebnisse wurden in JAMA Network Open veröffentlicht [1].

Hohes Alter wichtigster Risikofaktor

Das hohe Alter erwies sich auch als wichtigster Risikofaktor für einen Tod trotz Boosterung. Eine 80-jährige Person hatte ein über 30-mal höheres Risiko als jemand mit 50 Jahren (Hazard Ratio: 31,3). Frauen hatten ein deutlich geringes Risiko als Männer (HR 0,52).

Bei Pflegeheimbewohnern und Menschen aus sozioökonomisch schlechter gestellten Gegenden war das Risiko ebenfalls erhöht. Ein Zusammenhang mit der Ethnizität wurde dagegen nicht beobachtet.

Auch für zahlreiche Erkrankungen, die generell mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Verläufe einhergehen, konnte ein erhöhtes Risiko festgestellt werden – das gilt insbesondere für schwere, kombinierte Immundefekte (HR 6,2). Bei onkologischen Erkrankungen von Blut und Knochenmark, einigen chronischen neurodegenerativen Erkrankungen, pulmonaler Hypertonie oder Demenz war das Risiko um das 3-Fache höher.

Keine Assoziation mit den COVID-19-Todesfällen ergab sich dagegen für angeborene Herzerkrankungen, Asthma und frühere Frakturen.

Als Limitation geben die Autoren an, dass nur Daten von in England und Wales lebenden Menschen erhoben wurden. Die Autoren empfehlen aufgrund der Daten, Subpopulationen mit dem höchsten Risiko bei einer Infektion bevorzugt mit COVID-19-Therapeutika zu behandeln und bei weiteren Booster-Impfungen verstärkt zu berücksichtigen.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf  Coliquio.de .

 

Kommentar

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