Die FDA schlägt Alarm: Krebserkrankungen im Narbengewebe von Brustimplantaten möglich, aber selten

Sharon Worcester

Interessenkonflikte

14. September 2022

Die US Food and Drug Administration (FDA) hat eine Sicherheitsinformation herausgegeben, in der sie vor einem seltenen, aber besorgniserregenden Risiko für Plattenepithelkarzinome (SCC) und für unterschiedliche Lymphome im Narbengewebe um Brustimplantate warnt.

Inhaltlich beruht die FDA-Mitteilung auf mehreren Dutzend Berichten über Krebserkrankungen in der Kapsel oder im Narbengewebe um Brustimplantate herum. Dieses Problem unterscheidet sich vom Brustimplantat-assoziierten anaplastischen großzelligen Lymphom (BIA-ALCL), einem bekannten Risiko bei Implantat-Empfängerinnen.

Geringes absolutes Risiko

„Nach einer vorläufigen Überprüfung der veröffentlichten Literatur im Rahmen der laufenden Überwachung der Sicherheit von Brustimplantaten sind der FDA weniger als 20 Fälle von SCC und weniger als 30 Fälle von verschiedenen Lymphomen in der Kapsel um das Brustimplantat bekannt“, schreibt die Behörde. Zum Vergleich: In den USA erhalten pro Jahr schätzungsweise 400.000 Frauen ein Brustimplantat.

Bis 1. September 2022 hat die FDA 10 Berichte über SCC und 12 über verschiedene Lymphome in Zusammenhang mit Brustimplantaten erhalten. Die Inzidenzrate und die Risikofaktoren für solche Erkrankungen seien derzeit nicht bekannt, schreibt die FDA.

Fälle mit SCC oder mit verschiedenen Lymphomen in der Kapsel um die Brustimplantate wurden sowohl für strukturierte als auch für glatte Brustimplantate und sowohl für Kochsalz- als auch für Silikonimplantate gemeldet.

Mitunter entdeckten Ärzte solche Krebserkrankungen erst Jahre nach Einsetzen der Brustimplantate. Zu den wichtigsten Symptomen gehörten Schwellungen, Schmerzen oder Hautveränderungen.

Beschwerden umgehend melden

Obwohl das Risiko von SCC und von Lymphomen im Gewebe um Brustimplantate herum selten zu sein scheine, „wollten wir die Öffentlichkeit so schnell wie möglich mit klaren und verständlichen Informationen versorgen, wenn Sicherheitsrisiken bei Medizinprodukten festgestellt werden“, erklärte Dr. Binita Ashar, Direktorin des Office of Surgical and Infection Control Devices, FDA Center for Devices and Radiological Health, in einer Pressemitteilung.

Patienten und Ärzte werden aufgefordert, Probleme in Zusammenhang mit Brustimplantaten und Fälle von SCC oder Lymphomen der Brustimplantat-Kapsel an MedWatch, das Programm der FDA zur Meldung unerwünschter Ereignisse, zu melden.

Die FDA plane „eine gründliche Literaturauswertung“ sowie „die Ermittlung von Möglichkeiten zur Sammlung detaillierterer Informationen über Patientenfälle“, heißt es in der Meldung.

Der Beitrag ist im Original erschienen auf www.medscape.com und wurde von Michael van den Heuvel übersetzt und adaptiert.

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