Pädiatrie: Höhere Impfquoten, aber auch mehr Psychopharmaka-Verordnungen – neue Zahlen der TK

Presseagentur Gesundheit (pag)

Interessenkonflikte

8. April 2022

Im Report „Kinder und Arzneimittel“ berichtet die Techniker Krankenkasse über Trends aus der Kinderheilkunde. Bemerkenswert ist ein Anstieg der Verordnungen bei ADHS oder bei Depressionen.

Immer mehr Schulkinder und Jugendliche bekommen Psychopharmaka verschrieben. Das zeigen Daten aus dem Report „Kinder und Arzneimittel“ der Techniker Krankenkasse (TK). TK-Chef Dr. Jens Baas spricht von einer „beunruhigenden Größenordnung“. Positive Entwicklungen gibt es beim Impfen.

Keine Einbrüche bei Impfungen während der Pandemie

48,4% der in 2018 geborenen TK-versicherten Kinder haben bis zu ihrem 2. Geburtstag alle empfohlenen Impfungen gegen Masern, Keuchhusten und sonstige Infektionserkrankungen komplett erhalten. 48,3% waren teilweise geimpft, ihnen fehlte also mindestens 1 Impfung beziehungsweise 1 Teilimpfung. 3,2% wurden bis zum zweiten Geburtstag gar nicht geimpft.

„Das erste Pandemiejahr hatte keinen negativen Effekt auf die Impfquoten“, so Baas. Die Quoten der 2018 geborenen Kleinkinder seien mit denen der 2017 und 2016 geborenen vergleichbar; die Quote der komplett ungeimpften Kinder sei leicht gesunken. Bei den im 1. Halbjahr 2019 geborenen Kinder stieg die Durchimpfungsquote auf 51,9%, während die Quote der Ungeimpften weiter auf 2,8% sank.

 
Das erste Pandemiejahr hatte keinen negativen Effekt auf die Impfquoten. Dr. Jens Baas
 

Mehr Psychopharmaka Kindern und Jugendlichen 

Bei 6- bis 11-Jährigen stieg der Anteil derjenigen, die Psychopharmaka verordnet bekommen, von 2,3% im Jahr 2017 auf 2,6% in 2020. Bei den 12- bis 17-Jährigen im selben Zeitraum von 3,5% auf 4,3%. 

Am häufigsten werden Präparate zur Behandlung von ADHS aufgeschrieben, sie machen bei Schulkindern und Jugendlichen 70% der Psychopharmaka-Verordnungen aus. Von ADHS sind Jungen in beiden Altersgruppen deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Bei den 12- bis 17-jährigen Mädchen ist ein Anstieg der Verordnungen von Antidepressiva zu beobachten: von 1,1% in 2017 auf 1,6% in 2020.

Fieber- und Schmerzmittel an 1. Stelle 

Der Report zeigt außerdem, welche Arzneimittel Kindern unter 12 Jahren am häufigsten verschrieben werden. Dazu zählen die Fieber- und Schmerzmittel Ibuprofen und Paracetamol, Präparate gegen Erkältungen und für den Knochenaufbau. Ein Corona-Effekt ist deutlich bemerkbar. Den TK-versicherten Kindern wurden im ersten Pandemiejahr 2020 insgesamt fast 40% weniger Arzneimittelpackungen verordnet.

Der Beitrag ist im Original erschienen auf Univadis.de.

 

Kommentar

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