Digitalisierung mit Mehrwert, Strategien gegen den Ärztemangel, Reform der Notfallversorgung: Das plant Lauterbach

Presseagentur Gesundheit (pag)

Interessenkonflikte

9. März 2022

Digitalisierung, Bedarfsplanung, Notfallreform, Ambulantisierung und viele weitere Themen: Mit zahlreichen Fragen niedergelassener Ärzte löcherte die Spitze der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) den Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) beim Format „PraxisCheck“.

Effekte noch in dieser Legislaturperiode

„Das müssen wir in diesem Jahr angehen“, antwortet der Minister auf eine Frage zur Reform der Notfallversorgung. Generell wolle er die im Koalitionsvertrag vereinbarten Punkte in diesem und im nächsten Jahr angehen, damit es noch in der jetzigen Legislaturperiode Effekte gebe. 

Digitalisierung: Lauterbach will „Strategiebewertung“

Ein Thema, das den Ärzten unter den Nägeln brennt, ist die Digitalisierung. Lauterbach sagt, dass er sich der Probleme bewusst sei. Digitale Anwendungen im Versorgungsalltag müssten für Behandler und Versicherten einen Mehrwert bieten. Produkte, die noch nicht ausgereift seien, dürften nicht flächendeckend ausgerollt werden. Deswegen habe er das elektronische Rezept erst einmal gestoppt. In seinem Haus wolle er eine „Strategiebewertung“ zur Digitalisierung vornehmen. 

Mehr Studienplätze, mehr Ärzte

Den Ärztemangel will Lauterbach durch mehr Studienplätze – er bringt die Zahl 5.000 ins Gespräch – und die Rekrutierung ausländischer Mediziner bewältigen. Auch die Bedarfsplanung könne politisch angegangen werden. Lauterbach sagte, dass dabei auch die Kassenärztlichen Vereinigungen gefragt seien. „Da können wir miteinander reden“, gibt sich KBV-Vorstandsvize Dr. Stephan Hofmeister zuversichtlich. 

„Wir brauchen eine deutliche Stärkung der Ambulantisierung“, betont Lauterbach außerdem. Notwendig sei dafür ein neues und faires Finanzierungssystem, Stichwort: Hybrid-DRGs.

Fehlende Wertschätzung für Praxisteams

Viele Praxisangestellte fühlen sich und ihre Arbeit in der Corona-Pandemie nicht wertgeschätzt. Der Ruf nach einem Bonus wird laut. Das Anliegen hält Lauterbach für gerechtfertigt. Zusagen macht er aber nicht, sondern verweist auf das Finanzministerium: „Das liegt nicht in meiner Hand“. 

Top-Priorität für den Minister hat derzeit die medizinische Versorgung ukrainischer Kriegsflüchtlinge. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen sagt Unterstützung zu: „Beim Thema Ukraine werden wir Hand in Hand arbeiten.“

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de

 

Kommentar

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