Fall: Ein Mann mit Appetitlosigkeit, und Brustschmerzen stellt sich vor – doch sein Herz ist OK. Was könnte ihm fehlen?

Dushyant Singh Dahiya, Farah Wani, Asim Kichloo

Interessenkonflikte

24. Februar 2022

Sobald die Diagnose Ösophaguskarzinom gestellt ist, besteht der nächste Schritt im klinischen Staging, da sich hiernach die Therapie richtet. Die Stadieneinteilung erfolgt mithilfe der Endosonografie oder des PET/CT [2,5].

Die Endosonografie wird standardmäßig beim lokalen und regionalen Staging zur Beurteilung des mediastinalen Lymphknotenbefalls eingesetzt. Sie ermöglicht auch die Feinnadelbiopsie von Lymphknoten zur Bestimmung der Dignität. Zum endosonografischen Staging kann es erforderlich sein, die maligne Striktur mit einem Ballon unter größter Vorsicht zu weiten, da die brüchige Schleimhaut zur Perforation neigt [8].

Das PET/CT wird zur Beurteilung der Fernmetastasierung genutzt und ist fester Bestandteil der Diagnostik vor Einleitung einer Behandlung. Die Fermetastasierungsrate beim Ösophaguskarzinom beträgt etwa 20%.

Die Behandlung hat sich in der vergangenen Dekade sehr dynamisch weiterentwickelt, und es wurden bedeutende therapeutische Fortschritte erzielt. Zu den Therapieoptionen beim Ösophaguskarzinom gehören aktuell [2,5,9]:

  • endoskopische Resektion

  • chirurgische Resektion

  • neoadjuvante Therapie

  • systemische (palliative) Behandlung.

Die endoskopische Resektion ist der aktuell beste Ansatz, wenn das Ösophaguskarzinom auf die Lamina propria und die Muscularis mucosa der Speiseröhre begrenzt ist. Nach der Resektion müssen die Patienten engmaschig überwacht und lange nachbeobachtet werden, um rechtzeitig auf mögliche Rezidive reagieren zu können. Wenn der Krebs die Submukosa oder die Muscularis mucosa durchbrochen und auch die Lymphknoten befallen hat, ist eine endoskopische Resektion nicht mehr sinnvoll.

Die Ösophagektomie ist ein kurativer Therapieansatz, der jedoch in erster Linie lokal begrenzten, resektablen Karzinomen im Stadium I und IIA vorbehalten bleibt. Bei einem lokalisierten Karzinom mit regionaler Lymphknotenausbreitung ohne Metastasenbildung im Stadium IIB und III wird die Speiseröhre auch nach einer neoadjuvanten Therapie entfernt.

Den größten Überlebensvorteil im Vergleich zur Resektion allein bietet die kombinierte Chemo-/Strahlentherapie mit der Operation (trimodale Behandlung). Daher hat sich die neoadjuvante Therapie mit Operation (sofern die Patienten operabel sind) als Standardbehandlung beim Ösophaguskarzinom im Stadium IIB und III etabliert. Im Stadium IVA (metastasiert) kann eine Chemo- oder Strahlentherapie mit oder ohne Operation durchgeführt werden.

Die Hauptziele einer systemischen (palliativen) Behandlung sind die Verbesserung der Symptome und der Lebensqualität sowie die Verlängerung des Überlebens. Mögliche Ansätze sind lokale Eingriffe (z.B. Ösophagus-Stents) und eine Strahlentherapie mit oder ohne Chemotherapie. Sie kommt zum Einsatz, wenn das Ösophaguskarzinom bereits fortgeschritten ist und ausgedehnte Fernmetastasen vorliegen.

Während seines Klinikaufenthalts erhielt der Patient im vorliegenden Fall eine Flüssigdiät und Kalziumkarbonat. Seine Brustschmerzen verschwanden daraufhin. Zur Entlassung aus der Klinik wurde ein ambulanter Untersuchungstermin mit einem chirurgischen Onkologen vereinbart, um eine neoadjuvante Chemotherapie mit nachfolgender Operation vorzubereiten.

Kommentar

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