Fall: Ein 48-Jähriger mit Peritonealkatheter leidet plötzlich an Bauchschmerzen und Fieber. Woran könnte es liegen?

Dushyant Singh Dahiya, Farah Wani, Tin Wong, Asim Kichloo

Interessenkonflikte

10. Februar 2022

Diskussion

Die akut auftretenden, diffusen Bauchschmerzen, die Empfindlichkeit des Abdomens bei der Palpation und die Vorgeschichte mit der CAPD wiesen in Richtung einer akuten Peritonitis.

Zunächst wurde eine antibiotische Breitspektrumabdeckung mit Vancomycin und Cefotaxim eingeleitet. Bei der Analyse der Peritonealflüssigkeit wurde der Cefotaxim-empfindliche Keim Staphylococcus epidermidis nachgewiesen. Daher wurde das Vancomycin wieder abgesetzt, während Cefotaxim insgesamt 5 Tage gegeben wurde. Die Symptome des Patienten klangen darunter vollständig ab, sodass er schließlich nach Hause entlassen werden konnte.

Die Peritonitis ist eine häufige Komplikation der CAPD [1]. Der Katheter stellt für Bakterien eine ideale Eintrittspforte in den Bauchraum dar.

Nach Erfindung des ersten Dauerkatheters durch Tenckhoff im Jahr 1968 erlitten CAPD-Patienten durchschnittlich 6 Peritonitis-Episoden pro Jahr [2]. Diese Zahl ging dann jedoch stetig auf 4,4 Episoden pro Patientenjahr im Jahr 1979 und 1,4 im Jahr 1989 zurück (1 Jahr nach Einführung des Doppelbeutelsystems). Im Jahr 2010 wurde die Peritonitisrate mit 0,95 Episoden pro Patientenjahr angegeben [3].

Trotz dieses über die Jahrzehnte deutlichen Rückgangs bleibt die Peritonitis wegen ihrer erheblichen Morbidität (16%) und Mortalität (5%) weiterhin problematisch [2].

Die häufigsten Symptome bei der Peritonitis im Rahmen einer CAPD sind [4,5]:

  • Bauchschmerzen (79-88%)

  • trübes Dialysat (84%)

  • Fieber (29-53%)

  • Übelkeit oder Erbrechen (31-51%).

Seltener führt die Peritonitis auch zur Symptomatik einer systemischen Infektion mit z.B. Hypotonie (18%) [4,5]. Eine durch Streptokokken oder Pilze verursachte Peritonitis führt zu vergleichsweise starken Bauchschmerzen [6,7].

Für die definitive Diagnose einer Peritonitis ist eine Kulturanlage mit dem Dialysat erforderlich. Bei CAPD-Patienten sollten jedoch Bauchschmerzen und/oder ein trüber Ausfluss zu der Verdachtsdiagnose führen [8]. Darüber hinaus lassen auch plötzliche Schwierigkeiten bei den regelmäßigen Beutelwechseln an die Möglichkeit einer Peritonitis denken.

Die Betroffenen erhalten bis zur Bestätigung oder zum Ausschluss der Diagnose umgehend eine empirische Antibiose [8]. Der häufigste Erreger der akuten Peritonitis bei CAPD-Patienten ist insgesamt die koagulasenegative Staphylokokke (S. epidermidis).

Kommentar

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