Quiz: Herpes zoster – eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Kennen Sie sich mit der Therapie und der Prävention aus?

William James, MD

Interessenkonflikte

3. Februar 2022

Der Herpes zoster hat in der Regel auch ohne Intervention einen selbstlimitierenden Verlauf. Bei Kindern ist er normalerweise leichter als bei Erwachsenen. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche und vielfältige Therapieansätze vorgeschlagen, von denen die meisten wahrscheinlich wirkungslos sind.

Eine antivirale Behandlung wird innerhalb von 72 Stunden nach dem Auftreten des Herpes-zoster-Ausschlages empfohlen. Die Therapie kann die Zoster-Schmerzen allerdings auch dann noch lindern, wenn sie außerhalb des klassischen Therapiefensters von 72 Stunden begonnen wird. Daher sollte bei der Behandlung des akuten Zosters eine antivirale Therapie in Betracht gezogen werden, unabhängig vom Zeitpunkt der Diagnose.

Klinische Studien haben gezeigt, dass orales Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir die Virusausscheidung reduzieren und das Abklingen der Symptome (z.B. der Schmerzen) beim unkomplizierten Herpes zoster beschleunigen. Da Valaciclovir und Famciclovir eine höhere Bioverfügbarkeit als Aciclovir haben, müssen sie seltener gegeben werden.

Der Einsatz von oralen oder epiduralen Kortikoiden in Verbindung mit einer antiviralen Therapie hat sich bei der Behandlung eines mittelschweren bis schweren akuten Herpes zoster als vorteilhaft erwiesen. Es konnte jedoch kein Effekt auf die Entwicklung oder Dauer einer postherpetischen Neuralgie nachgewiesen werden.

Wenn ein Patient zu irgendeinem Zeitpunkt nach dem Auftreten von verkrusteten Bläschen oder darüber hinaus unter starken Schmerzen leidet, besteht der dringende Verdacht auf eine Post-Zoster-Neuralgie (PZN), auch postherpetische Neuralgie genannt. Die damit verbundenen Schmerzen lassen sich mit herkömmlichen Analgetika und auch Opioiden bekanntlich nur schwer lindern. Folglich ist die Behandlung der postherpetischen Neuralgie komplex. Ein vielseitiger, individueller Ansatz ist dabei wichtig.

Bei einer postherpetischen Neuralgie gibt es folgende medikamentöse Therapieoptionen:

  • Neuroaktive Substanzen (z.B. trizyklische Antidepressiva),

  • Antikonvulsiva (z.B. Gabapentin, Pregabalin),

  • systemische und auch topische Opioid- und Nicht-Opioidanalgetika.

Dieser Artikel wurde von dem Arzt und Autor Markus Vieten aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.
 

Kommentar

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