Schwerer Covid-19-Verlauf bei Kindern: Das sind die wichtigsten Risikofaktoren

Maria Weiß

Interessenkonflikte

31. Januar 2022

Schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle sind bei Kindern zum Glück sehr selten – nur 0,3 bis 1,3% aller Infizierten müssen stationär aufgenommen werden. Mögliche Risikofaktoren für einen schweren Verlauf hat die „Global PERN-COVID“-Studie identifiziert [1].

3.222 Fälle ausgewertet

In der Studie wurden 3.222 Fälle von Kindern ausgewertet, die in 41 Notfallambulanzen in 10 Ländern mit einer SARS-CoV-2-Infektion vorgestellt wurden. Bei dieser vorselektionierten Kohorte entschied man sich in 685 Fällen für eine sofortige Hospitalisierung und 50 Kinder wurden später noch stationär aufgenommen (insgesamt 23%).

Von den stationär behandelten Kindern hatten 107 einen schweren Verlauf. 73 von ihnen mussten beatmet werden und 34 erhielten kreislaufunterstützende inotrope Medikamente.

Risikofaktoren Alter und Vorerkrankungen 

Im Vergleich zu den ganz Kleinen unter 5 Jahren hatten ältere Kinder ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf (Odds Ratio: 1,6 bei 5-10-Jährigen und OR: 2,39 bei den über 10-Jährigen).

Als weitere Risikofaktoren ermittelte die Arbeitsgruppe um Dr. Anna L. Funk von der University of Calgary in Kanada chronische Vorerkrankungen (OR: 2,34), Pneumonien in der Vorgeschichte (OR: 3,15) und eine klinische Verschlechterung zwischen dem 4. und 7. Tag nach der Vorstellung in der Notfallambulanz (OR: 2,22). Asthma schien das Risiko für einen schweren Verlauf nicht zu erhöhen, sondern war sogar eher ein gewisser Schutzfaktor (OR: 0,66)

Komplikationsrate höher als bei Influenza

In einer weiteren Studie aus Spanien wurde die Fälle von 9.769 hospitalisierten Kindern mit Covid-19 ausgewertet und mit Kindern mit Influenza (Saison 2017/18) verglichen. Auch hier waren bei Covid-19 Vorerkrankungen wie neurologische Entwicklungsstörungen, Herzerkrankungen und Krebs Risikofaktoren für eine Hospitalisierung.

Insgesamt traten Komplikationen wie Hospitalisierung, Hypoxämie und Pneumonie deutlich häufiger bei COVID-19 auf als bei Kindern und Jugendlichen mit Grippe. Außerdem litten die Kinder mit Covid-19 häufiger unter Anosmie, Dyspnoe und gastrointestinalen Störungen, was auch zur Unterscheidung von einer Influenza genutzt werden könnte.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf  Coliquio.de .

 

Kommentar

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