Zwei Jahre COVID-19 in Deutschland – eine Übersicht zur Therapie: Welche Wirkstoffe wurden untersucht – und welche Pharmaka helfen Patienten wirklich?

Ute Eppinger

Interessenkonflikte

27. Januar 2022

 

Anti-Inflammatorische, inhalative Therapie

In vitro hat sich gezeigt, dass Ciclesonid antivirale Eigenschaften gegen COVID-19 besitzt und die Replikation des Virus blockiert. Doch eine Studie mit 413 Patienten, die leicht bis moderat an COVID-19 erkrankt waren und auf Ciclesonid oder Placebo randomisiert wurden, zeigte keinen Unterschied in Bezug auf das Verschwinden aller Symptome bis zum 30. Tag (OR 1,28).

Inhalative Kortiosteroide

Die PRINCIPLE-Studie schloss eine Risikopatientengruppe mit über 65 Jahre oder über 50 Jahre mit Komorbidität ein. Sie zeigte eine Verkürzung der Zeit bis zur klinischen Besserung um 3 Tage, aber keinen signifikanten Unterschied, sondern lediglich einen Trend zu geringerer Hospitalisierungsrate/Mortalität am Tag 28.

Die STOIC-Studie (randomisiert) belegte eine signifkante Reduktion der Hospitalisierungsrate in der Gruppe mit hochdosiertem Budesonid. Es gab Hinweise für schnellere (7 versus 8 Tage) und häufigere subjektiv empfundene Symptomfreiheit. Kein Einfluss auf die periphere Sauerstoffsättigung im Blut und kein Einfluss auf die Dynamik der Viruslast.

COFRIIN-Empfehlungen zu Budesonid: Es gibt derzeit keine Zulassung für die Behandlung von COVID-19. Off Label-Use in der ambulanten Therapie in der Frühphase symptomatischer COVID-19-Erkrankungen ohne Hypoxämie ist möglich. Die derzeitige Datenlage ist unzureichend für eine Empfehlung zum Einsatz von hochdosiertem, inhalativem Budesonid. Zu beachten ist das potenzielle Risiko für häufigere bakterielle Superinfektionen bei ambulanten Patienten.

Kommentar

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