Zwei Jahre COVID-19 in Deutschland – eine Übersicht zur Therapie: Welche Wirkstoffe wurden untersucht – und welche Pharmaka helfen Patienten wirklich?

Ute Eppinger

Interessenkonflikte

27. Januar 2022

 

Nicht ausgeschöpftes Potenzial von Pharmakotherapien: Woran liegt es?

Nach Einschätzung vieler Fachgesellschaften und Fachverbände wie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), der Fachgruppe COVRIIN und des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) am RKI, des PEI, der Infekt-Liga und der Leopoldina sind monoklonale Antikörper ein wichtiger Therapiebaustein bei COVID-19, vor allem um schwere Verläufe zu vermeiden.

Doch das Potenzial, so PD Dr. Jörg Schierholz, CEO Phaidon Healthcare GmbH, werde bislang nicht ausgeschöpft.

In den USA wurden Millionen Dosen von Antikörpern verimpft. Auch das Bundesundheitsministerium hatte im Januar 200.000 Dosen monoklonale Antikörper für individuelle Heilversuche erworben. Allerdings sind von den 200 000 nur 7700 Dosen verimpft worden. Der Rest verfällt oder wird verschenkt.

Die Verteilung läuft nicht über den pharmazeutischen Großhandel, sondern über Stern- und Satellitenapotheken, die auf einer RKI-Webseite gelistet werden. Bislang hat sich die Logistik als kaum überwindbares Hindernis für die Behandlung herausgestellt.

Auf einer Konsensus-Konferenz hat die Infekt-Liga Kommunikation und Infrastruktur als Grundprobleme definiert. Das bedeutet:

  • Ärzte sind kaum bezüglich der Therapieoptionen informiert – und wenn, dann sind Bürokratie und juristische Risiken abschreckend.

  • Eine Awareness der Therapieoptionen ist entscheidend, um viele Patienten/Niedergelassene zu erreichen. Die Versorgungsstrukturen lassen sich so schnell nicht ändern.

  • Niedergelassene Ärzte werden aufgrund der Praxis-Strukturdefizite für die Behandlung infektiöser Patienten nicht zu einem wichtigen Pfeiler der Versorgung mit Antikörpern.

  • Niedergelassene Ärzte sollten deshalb idealerweise eine Art Lotsenfunktion haben.

  • Die Kenntnis eines positiven PCR-Tests muss an den Hausarzt gelangen, falls extern getestet wurde oder das Gesundheitsamt informiert Patienten umfassend (unwahrscheinlich) – Prüfung einer Nutzung zentraler Strukturen oder Kommunikationswege des ÖGD erforderlich.

  • Fachgesellschaften, Institutionen und Körperschaften sollten über die positiven Ergebnisse der Antikörper-Therapie berichten.

  • Eine offizielle Stellungnahme von Fachgesellschaften (Konsensus-Thesenpapier) zur Therapie mit Antikörpern sollte baldmöglichst verabschiedet werden (Infektliga, DGIIN, BDI, DIVI, DGRh). Eine Verbreitung an Hausärzte und Gesundheitsämter sollte organisiert werden.

Kommentar

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