Quiz: Alles andere als „magic“: Vergiftungen mit „Zauberpilzen“, LSD & Co. – wie helfen Sie Patienten? 

Richard H. Sinert

Interessenkonflikte

13. Januar 2022

Die dissoziative Wirkung von Phencyclidin bzw. PCP führt bei Patienten zu desorganisierten Denkprozessen, Delirium, Amnesie, Paranoia und Dysphorie. Daher kann unter Umständen auch keine zuverlässige Anamnese erhoben werden.

Das Erscheinungsbild einer PCP-Intoxikation kann sehr unterschiedlich sein. Es reicht von berauscht und ruhig bis hin zu erregt und in einigen Fällen extrem gewalttätig. Ein wichtiger diagnostischer Hinweis ist der Nystagmus (lateral, horizontal oder rotatorisch).

Viele Sedativa können in hohen Dosierungen einen Nystagmus hervorrufen. Allerdings sind die Patienten im Allgemeinen sediert, wenn ein Nystagmus beobachtet wird. Bei PCP-Exposition kann der Patient einen Nystagmus zeigen, wenn er wach und erregt ist. Weitere autonome Wirkungen bei niedriger Dosierung (< 5 mg) sind Hypertonie, Tachykardie, Tachypnoe mit flacher Atmung, Speichelfluss, Erröten und Diaphorese.

Zu den Wirkungen auf das zentrale und periphere Nervensystem gehören ein allgemeines Taubheitsgefühl in den Extremitäten und ein Verlust der Muskelkoordination. Der psychische Zustand kann von aufgedreht und euphorisch bis zu depressiv und bei entsprechender Dosis komatös reichen. Bei hohen Dosierungen (≥ 10 mg) können Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz abfallen. Dies geht dann häufig mit Übelkeit, Erbrechen, Verschwommensehen, Speichelfluss, Ataxie und Schwindel einher.

Die psychobehavioralen Merkmale einer PCP-Intoxikation ähneln häufig den Symptomen bei der Schizophrenie: Wahnvorstellungen, Halluzinationen, akute Angstzustände, Paranoia, desorganisiertes Denken, Gewalttätigkeit und ein Gefühl der Distanz zu seiner Umgebung. Die Angstsymptome sind häufig verstärkt.

Ein langfristiger PCP-Missbrauch kann zu Gedächtnisverlust, Sprachstörungen, Depressionen und zum Gewichtsrückgang führen. Nach chronischem Konsum kann es zur Abhängigkeit von PCP und bei Entzug der Substanz zu einem entsprechenden Craving und dem zwanghaften Verhalten, sich die Droge beschaffen zu müssen, führen.

Kommentar

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