AHA-Regeln bremsen die Grippe aus: Influenza-Welle „dank“ Corona-Regeln bisher ausgeblieben

Dr. Thomas Kron

Interessenkonflikte

7. Januar 2022

Nach Angaben der Barmer waren in den Kalenderwochen 40 bis 47 des vergangenen Jahres (3. Oktober bis 27. November) im Schnitt 722 Barmer-Versicherte wegen Influenza krankgeschrieben. In denselben Kalenderwochen des Vorjahres waren es durchschnittlich 748 Versicherte und im Jahr 2019, also vor Corona, im Schnitt 1.383 Personen. Laut der Analyse ist die Zahl der Grippe-Kranken zuletzt zwar etwas gestiegen, jedoch liegt sie immer noch deutlich unter den Vergleichswerten aus dem Jahr vor der Pandemie.

„Die Grippe spielt in diesem Winter bisher eine geringe Rolle. Es spricht einiges dafür, dass das auch so bleibt. Denn die Abstands- und Hygieneregeln zum Schutz vor Corona senken offensichtlich auch das Influenzarisiko“, sagt Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Dieser positive Effekt sei umso wichtiger vor dem Hintergrund, dass viele Kliniken wegen Corona bereits am Limit arbeiteten und die hochansteckende Omikron-Variante sich rasch ausbreite. Je weniger schwere Grippe-Fälle es gebe, desto mehr Kapazitäten blieben den Krankenhäusern.

Die Grippeschutzimpfung bleibe nach wie vor ein sehr wichtiger Schutz gegen die Influenza. Sie sei auch jetzt noch sinnvoll, da sich die Grippesaison bis in den April oder Mai ziehen könne. Menschen, die täglich mit vielen Personen Kontakt haben, Ältere, chronisch Kranke und Schwangere sollten die Grippeschutzimpfung möglichst zeitnah nachholen. 

Wer sich gegen die Grippe impfen lassen wolle, könne zugleich auch seinen Corona-Booster bekommen. Hier müsse man keinen 2-wöchigen Abstand einhalten. Nach der Impfung dauere es etwa 10 bis 14 Tage, bis der Grippe-Impfschutz vollständig im Körper aufgebaut sei.

Doch auch wer geimpft sei, sollte stets eine gewisse Vorsicht walten lassen. Denn obwohl der Influenza-Impfstoff jedes Jahr an die wichtigsten Influenzaviren angepasst werde, biete er keinen 100-prozentigen Schutz.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de.

 

Kommentar

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