Vom Orgasmus für eine freie Nase bis zum Geruch der Furcht: Die Ig-Nobelpreise 2021

Christoph Renninger

Interessenkonflikte

29. Dezember 2021

Auch in diesem Jahr wurden die Ig-Nobelpreise für Forschungsarbeiten vergeben, die zum Lachen, aber auch zum Nachdenken anregen [1]. Hier eine Auswahl Preisträger.

Medizin: Orgasmus für eine freie Nase

Den Preis der Organisation Improbable Research im Bereich Medizin erhielten in diesem Jahr Wissenschaftler für ihre Studie, die untersuchte, ob ein Orgasmus das Atmen bei verstopfter Nase erleichtert.

Tatsächlich waren nach Geschlechtsverkehr mit einem Höhepunkt das subjektive Empfinden beim Atmen als auch mehrere rhinometrische Parameter verbessert, etwa im selben Ausmaß wie nach der Anwendung eines Nasensprays. Der Effekt hielt bis zu einer Stunde an.

Biologie: Mensch-Katze-Kommunikation

Einem Forschungsteam aus Schweden wurde der Preis in der Kategorie Biologie für ihre wissenschaftlichen Arbeiten über verschiedene Arten der Kommunikation zwischen Mensch und Katze verliehen.

Zunächst wurden Vokalisationen von 3 Hauskatzen unter verschiedenen Bedingungen aufgezeichnet und analysiert. Im Anschluss sollten diese Geräusche von Menschen interpretiert werden.

Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass Katzen unterschiedliche Intonationsmuster bei ihrer Kommunikation mit Menschen nutzen und dass Menschen in der Lage sind, diese Vokalisationen zu interpretieren.

Ökologie: Bakterien im Kaugummi

Für den Preis in der Kategorie Ökologie analysierte eine Gruppe von Forschenden aus Spanien und dem Iran das Bakteriom in ausgespuckten Kaugummis, die sie in 5 verschiedenen Ländern vom Gehsteig gekratzt hatten. Sie untersuchten zudem die unterschiedlichen Bakterienstämme und die biologische Abbaubarkeit unterschiedlicher Inhaltsstoffe der Kaugummis.

Weltweit waren ausgespuckte Kaugummis mit einem typischen Biofilm überzogen. Die Ergebnisse können eine Rolle in der Forensik, bei der Kontrolle von Infektionskrankheiten oder der Bioremediation spielen.

Chemie: Der Geruch der Furcht

Als preiswürdig im Bereich Chemie erachteten die Juroren eine Untersuchung der Luft aus Kinosälen und der Duftstoffe (flüchtige organische Verbindungen), die vom Publikum abgegeben werden. Dabei wurde nach der Altersfreigabe der Filme unterschieden.

Insbesondere die Substanz Isopren war ein guter Indikator dafür, ob ein Film ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben war. Die Duftstoffe spiegeln Gewalt, Sex, unsoziales Verhalten, Drogenkonsum und Schimpfworte im Film wider.

Preise in weiteren Fachgebieten

Der Preisträger in der Kategorie Ökonomie wurde für seine Arbeit ausgezeichnet, welche den Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht von führenden Politikern und der Korruption in post-sowjetischen Ländern untersuchte.

In der Kategorie Physik wurde das physikalische Modell ausgezeichnet, welches analysiert, weshalb Fußgänger nicht ständig mit anderen Personen zusammenstoßen.

Die Preisträger des Friedenspreises untersuchten, ob Menschen Bärte evolutionär entwickelten, um vor Schlägen ins Gesicht besser geschützt zu sein. Sie kamen zu dem Schluss, dass dies tatsächlich der Fall zu sein könnte.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf  Coliquio.de .

 

Kommentar

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