Piks für Piks gegen Hyperpigmentierung: Mikroneedling ist eine sichere und wirksame Ergänzung der topischen Therapie

Doug Brunk

Interessenkonflikte

21. Dezember 2021

Das Mikroneedling ist eine sichere und wirksame Ergänzung der topischen Behandlung eines Chloasmas (Melasma, Hyperpigmentierung). Die besten Resultate zeigen sich normalerweise nach einer Therapiedauer von 12 Wochen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kombinationsanalyse aus einem systematischen Review und einer Metaanalyse [1].

 
Das Mikronadeln hat eine ähnliche Wirksamkeit in der Chloasma-Therapie wie vergleichbare Ansätze, z.B. der CO2-Laser oder intradermale Mikroinjektionen. Dr. Marcus G. Tan
 

„Das Mikronadeln hat eine ähnliche Wirksamkeit in der Chloasma-Therapie wie vergleichbare Ansätze, z.B. der CO2-Laser oder intradermale Mikroinjektionen“, sagte der Autor der Studie Dr. Marcus G. Tan anlässlich des virtuellen Jahreskongresses 2021 der American Society for Dermatologic Surgery. „In Kombination mit einer topischen Depigmentierungstherapie erwies sich das Mikronadeln auch als wirksamer und sicherer als die orale Tranexamsäure.“

12 Studien in die Analyse einbezogen

Tan und sein Team von der Dermatologie der Universität Ottawa durchsuchten MEDLINE, EMBASE und das Cochrane Central Register of Controlled Trials mit den Stichworten „Melasma“ und „Microneedling“. Sie beschränkten ihre Analyse auf prospektive, vergleichende Studien, die den Einsatz des Mikroneedlings bei der Behandlung eines Chloasmas einschlossen.

Untersuchungen, in denen mit Hochfrequenztherapie gearbeitet wurde, wurden nicht einbezogen. Das primäre Outcome war die Verbesserung des Schweregrads des Chloasmas anhand des „Melasma Area and Severity Index“ (MASI). Das sekundäre Outcome waren die Verbesserung der Patientenzufriedenheit, der Lebensqualität und die berichteten Nebenwirkungen.

Insgesamt wurden 12 Studien mit 459 Patienten aus 7 Ländern in die Analyse einbezogen. Davon waren 7 randomisierte kontrollierte Studien und 5 nicht randomisierte Split-Face-Studien. Zu den bei diesen Untersuchungen verwendeten topischen Behandlungen gehörten Tranexamsäure (TXA), Vitamin C, thrombozytenreiches Plasma (platelet rich plasma, PRP) und depigmentierende Seren auf Hydrochinonbasis wie Rucinol, Sophora-alpha und N-Acetylglucosamin.

Von den 12 Studien wurden 4 mit mechanischem Mikronadeln und 8 mit einem elektrischen Microneedling-Pen durchgeführt. Die am häufigsten verwendete Nadellänge war 1,5 mm (Bereich von 0,1 bis 1,5 mm, je nach Lokalisation). Die Lokalanästhesie erfolgte 30 bis 60 min vor der Behandlung. Die Behandlungsintervalle lagen 2 bis 4 Wochen auseinander.

Gute Wirksamkeit, auch in Kombination mit weiteren Therapien

Die Analyse ergab, dass das Mikronadeln allein zu einer Verbesserung des MASI um 23% bis 29% führte. „In allen Studien verbesserte die Ergänzung einer topischen Therapie den Schweregrad des Chloasmas, wobei der Effekt nach 8 Wochen mäßig und nach 12 bis 16 Wochen groß war“, so Tan. „Dies führte nach Angaben der Patienten auch zu einer höheren Patientenzufriedenheit und einer verbesserten Lebensqualität.“

Eine Split-Face-Studie aus der Analyse, bei der topisches TXA plus Mikronadeln mit topischem TXA plus fraktioniertem CO2-Laser verglichen worden waren, ergab für beide Ansätze eine ähnliche Wirksamkeit und eine ähnliche Quote an unerwünschten Ereignissen. Eine weitere Split-Face-Studie, in der rezidivierende Chloasmen untersucht wurden, ergab, dass die Kombination aus Vitamin C und Mikronadeln mit einem nicht ablativen, Q-Swiched Nd YAG Laser (Neodymium-Yttrium-Aluminium-Granat-Laser) zu einem um 38,3% besseren MASI und einer um 12,5% niedrigeren Rezidivrate nach 6 Monaten führte.

In 2 weiteren Studien verglichen die Forscher das Mikronadeln mit intradermalen Mikroinjektionen bei der Verabreichung von thrombozytenreichem Plasma oder topischem TXA. Beide Modalitäten erwiesen sich als ähnlich wirksam. „Es zeigte sich jedoch, dass das Mikronadeln besser vertragen wurde und die Patientenzufriedenheit höher war“, so Tan.

Eine separate Analyse ergab, dass die Tri-Luma-Creme (Fluocinolonacetonid, Hydrochinon und Tretinoin) mit Mikronadeln gegenüber der Tri-Luma-Creme mit oralem TXA in Bezug auf Wirksamkeit, Patientenzufriedenheit und Verträglichkeit besser abschnitt. „Interessanterweise führte die Zugabe von oralem TXA zu Tri-Luma mit Mikronadeln zu keiner weiteren Verbesserung“, sagte Tan.

Das Mikronadeln war in allen 12 Studien gut vertragen worden. Insgesamt gab es keine Narbenbildung oder schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Eine leichte vorübergehende Dyspigmentierung trat in 5% bis 12% der Fälle auf. In Einzelfällen wurde ein Herpes-simplex-Virus reaktiviert.

Für Tan gibt es 3 mögliche Mechanismen, wie das Mikronadeln in der Chloasmatherapie wirken könnte: „Erstens unterstützt das Mikronadeln die transkutane Abgabe von topischen Wirkstoffen durch die Mikroporen. Zweitens fördert es die transkutane Abfuhr von Melanin und anderen Hautresten durch die Mikroporen. Und drittens stimulieren die Mikroverletzungen die Wundheilungsreaktion, was zu Neokollagenese, Neoelastogenese und zur Epidermisverdickung führt.“

Ist der Erfolg langanhaltend?

In einem Interview räumte er folgende Einschränkungen für die Studie ein: Randomisierte und nicht randomisierte Studien seien in der abschließenden Metaanalyse zusammengefasst worden, die verwendeten Behandlungsprotokolle und -geräte seien recht heterogen gewesen und schließlich seien Studien mit einem mäßigen Bias einbezogen worden. „Dennoch ändern diese Einschränkungen nichts an der Schlussfolgerung, dass das Mikronadeln eine nützliche und sichere Ergänzung zur topischen Chloasmatherapie ist“, sagte er.

 
Wie bei allen Chloasmatherapien ist eine gesunde Skepsis nie verkehrt. Dr. Catherine M. DiGiorgio
 

Dr. Catherine M. DiGiorgio wurde gebeten, die Studie zu kommentieren. Sie wies darauf hin, dass die Behandlung eines Chloasma bekanntermaßen schwierig sei. „Im Laufe der Jahre wurden viele Behandlungen mit energiebasierten Geräten und andere Therapien vorgeschlagen. Leider hat keine davon bisher zuverlässige, reproduzierbare und vor allem langanhaltende Ergebnisse liefern können“, so DiGiorgio, die als Lasermedizinerin und ästhetische Dermatologin am Boston Center for Facial Rejuvenation tätig ist. „Man sollte Vorsicht walten lassen, wenn es um die tatsächliche Wirksamkeit von Therapien geht, die allenfalls vorübergehende Erfolge bringen.“

Die Analyse umfasse zahlreiche Studien, ohne deren Stärken oder Methoden klar zu definieren. Der beste Weg zur Beurteilung der Wirksamkeit einer Behandlung seien randomisierte, kontrollierte Split-Face-Studien mit einem langfristigen Nachbeobachtungszeitraum. „Was die Anwendung von Medikamenten betrifft, so ist das Mikronadeln die am wenigsten wirksame Methode zur Verabreichung von Medikamenten an die Haut, während die lasergestützte Verabreichung von Medikamenten mit ablativen fraktionierten Lasern am wirksamsten ist. Wie bei allen Chloasmatherapien ist eine gesunde Skepsis nie verkehrt.“

Dieser Artikel wurde von Markus Vieten aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.
 

Kommentar

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