Risiko fürs Kinderhirn? Eine Narkose vor dem 3. Geburtstag könnte die Intelligenz mindern

Maria Weiß

Interessenkonflikte

17. Dezember 2021

Durch das sich noch entwickelnde Gehirn sind Kinder unter drei Jahren besonders vulnerabel gegenüber exogenen Noxen – das gilt auch für die bei einer Narkose eingesetzten Anästhetika. In einer retrospektiven Studie wurde untersucht, ob sich eine Vollnarkose in den ersten 36 Lebensmonaten möglicherweise negativ auf die spätere kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt [1]

Unterschied von 2,9 IQ-Punkten

Die Gruppe mit Narkoseerfahrung erreichte einen mittleren IQ-Wert von 108,2, die Kontrollgruppe von 113 IQ-Punkten. Nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Sozialstatus lag der Unterschied bei 2,9 Punkten.

Damit erreichten die Kinder ohne Narkose im Schnitt ein deutlich besseres Ergebnis als ihre Narkose-exponierten Altersgenossen – die Nichtunterlegenheitsgrenze von 5 IQ-Punkten wurde aber nicht erreicht.

Der IQ in beiden Gruppen übertraf die Erwartung (von 100 IQ-Punkten) – was die Autoren auf den Ausschluss unreif geborener Kinder in beiden Gruppen zurückführen. Keinen signifikanten Einfluss auf den IQ hatten die Zahl und die Dauer der Narkosen, wie eine Subgruppenanalyse zeigte.

Limitation auch dieser Studie ist, dass die Erkrankungen, die eine Narkose notwendig gemacht hat, nicht berücksichtigt werden konnten. Daher sei nicht auszuschließen, dass die zugrundeliegende Erkrankung per se schon die kognitive Entwicklung der Kinder negativ beeinflusst hat.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf  Coliquio.de .

 

Kommentar

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