Fall: Dieser 23-Jährige verliert Gewicht – und erleidet im Krankenhaus einen Krampfanfall. Wie können sie ihm helfen?

Manuel Salinas

Interessenkonflikte

13. Dezember 2021

Die Differenzialdiagnose der ZNS-Toxoplasmose ist schwierig, da sie viele andere Erkrankungen imitieren kann, wie z.B. die chronische Meningitis (insbesondere durch Pilze oder Syphilis), die Enzephalitis durch Zytomegalie-, Herpes-simplex- oder HI-Virus, das primäre ZNS-Lymphom, die progressive multifokale Leukenzephalopathie oder auch maligne Erkrankungen (Hirnmetastasen). Bei Patienten mit fokalen neurologischen Anomalien sollte auch eine zerebrovaskuläre Ursache (Schlaganfall) ausgeschlossen werden [1,2].

Obwohl eine serologische Untersuchung für die Bestätigung der Diagnose unerlässlich ist, reichen solche Tests allein für die Diagnose nicht aus, da der Antikörper in der Bevölkerung weit verbreitet ist. In der Regel kann ein Anstieg des IgG-Titers im Serum beobachtet werden, und bei einer neu erworbenen Toxplasma-Infektion kann eine IgM-Reaktion zu sehen sein. Bei AIDS-Patienten können die Antikörperspiegel unerwartet niedrig sein, selbst wenn eine aktive Erkrankung vorliegt.

Bei einer akuten Infektion kann T. gondii aus Blut oder Körperflüssigkeiten isoliert werden oder es gelingt der Nachweis von Tachyzoiten in Gewebeschnitten oder Körperflüssigkeiten (z.B. Liquor). Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zum Nachweis von T.-gondii-DNA kann ebenfalls ein eindeutiges Zeichen einer akuten Infektion sein [2].

Bildgebende Verfahren sind unverzichtbar. Im CT lassen sich solitäre oder auch multiple beidseitige hypodense Läsionen mit möglichem Masseneffekt darstellen. In 70% bis 80% der Fälle kommt es unter Kontrastmittelgabe zu homogenen oder ringförmigen Anreicherungen an den Läsionen. Eine diffuse Toxoplasmose kann auf den Aufnahmen normal erscheinen oder Befunde zeigen, die auf eine HIV-Enzephalitis hindeuten.

Das MRT ist empfindlicher, was die Darstellung multipler Läsionen angeht. Wird bei einem AIDS-Patienten mit den klinischen Symptomen einer ZNS-Beteiligung eine einzelne Läsion gefunden, handelt es sich oft um ein primäres Lymphom, was jedoch eine Toxoplasmose nicht ausschließt. Multiple Läsionen wiederum können bei Patienten ohne bekannte HIV-Infektion an multiple Metastasen denken lassen. Bei Personen mit solchen Befunden und HIV-Risikofaktoren sollte also eine HIV-Infektion oder eine ZNS-Toxoplasmose in Betracht gezogen werden.

Eine Unterscheidung zwischen Lymphom und Toxoplasmose kann im SPECT gelingen (single-photon emission computed tomography). Bleibt die Diagnose unsicher, empfiehlt sich eine Hirnbiopsie. Dies gilt besonders, wenn es sich um eine einzelne Massenläsion mit negativem serologischem Befund handelt und eine empirische Therapie nicht anspricht [1,2].

Kommentar

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