ESC veröffentlicht Leitlinie für Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen während der COVID-19-Pandemie

Ute Eppinger

Interessenkonflikte

26. November 2021

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat im European Heart Journal eine zweiteilige Leitlinie für die Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen während der COVID-19-Pandemie veröffentlicht. Die von der Task Force „Management von COVID-19“ der ESC verfassten Publikationen tragen den aktuellen Wissensstand zusammen und vermitteln praktisches Wissen.

Der 1. Teil befasst sich mit der Epidemiologie, der Pathophysiologie und der Diagnose von kardiovaskulären Erkrankungen, die bei Patienten mit COVID-19 auftreten können [1]. Der 2. Teil behandelt die Themen Versorgungspfade, Behandlung und Nachsorge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Patienten mit COVID-19 [2]

Die wichtigsten Themen der Leitlinie

„Die Empfehlungen sind hauptsächlich das Ergebnis von Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen von Gesundheitsdienstleistern [in Europa]. Daher können sich die hier gegebenen Informationen mit zunehmendem Wissen, Erkenntnissen aus prospektiven Studien und Veränderungen in der Pandemie ändern“, halten die Autoren fest. 

 
Die Empfehlungen sind hauptsächlich das Ergebnis von Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen von Gesundheitsdienstleistern [in Europa]. Task Force „Management von COVID-19“ der ESC
 

Sie weisen auch daraufhin, dass die in der Leitlinie enthaltenen Hinweise nicht mit den Empfehlungen der lokalen und nationalen Gesundheitsbehörden kollidieren sollten.

Teil 1 befasst sich mit den Auswirkungen kardiovaskulärer Komorbiditäten auf die Epidemiologie von COVID-19. Dazu zählen:

  • dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Patienten mit COVID-19 häufig auftreten,

  • dass das Vorhandensein einer kardiovaskulären Erkrankung mit schwererem COVID-19-Verlauf und einer höheren Sterblichkeit verbunden ist.

Zu den kardiovaskulären Manifestationen von COVID-19 schreiben die Autoren:

  • Myokardschäden, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, vaskuläre Dysfunktion und thromboembolische Erkrankungen sind Folgen der schweren Infektion.

  • Weil die langfristen kardiovaskulären Manifestationen von COVID-19 unklar sind, ist eine sorgfältige Nachsorge erforderlich.

In Teil 2 werden Management- und Therapiepfade für häufige kardiovaskuläre Erkrankungen vorgestellt:

  • diagnostische Pfade und Behandlungsalgorithmen für Patienten mit Verdacht auf akute Koronarsyndrome,

  • Diagnostik und Behandlung von Patienten mit chronischen Koronarsyndromen,

  • Beratung bei der Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz, Herzklappenerkrankungen, arterieller Hypertonie, akuter Lungenembolie und Herzrhythmusstörungen,

  • Nachsorge über Telemedizin.

Zur Behandlung von SARS-CoV-2-Infektionen bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen gehören auch: 

  • die Einnahme von Herz-Kreislauf-Medikamenten, 

  • die Beachtung von Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, insbesondere im Hinblick auf mögliche proarrhythmische Eigenschaften, und 

  • Patienteninformationen (Übertragungsrisiko verringern, gesunden Lebensstil pflegen etc.).

 

Kommentar

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