Neue Studie zeigt: So unterscheiden sich COVID-19-Impfstoffe bei ihrer immunologischen Wirkung

Michael van den Heuvel 

Interessenkonflikte

22. November 2021

Studien haben gezeigt, dass die Impfstoffe BNT162b2 (Pfizer-BioNTech), mRNA-1273 (Moderna) und Ad26.COV2.S (Johnson & Johnson-Janssen) eine robuste Schutzwirkung gegen COVID-19 zeigen. Im NEJM berichten Forscher jetzt von einer unterschiedlichen Kinetik der Immunreaktionen über einen Nachbeobachtungszeitraum von 8 Monaten [1].

Übersicht der Vakzine

Der BNT162b2-Impfstoff induzierte im Median einen hohen neutralisierenden Antikörpertiter gegen SARS-CoV-2 (1.789 Einheiten), gegen ein Pseudovirus (700) und einen hohen medianen bindenden Antikörpertiter gegen die rezeptorbindende Domäne (RBD; 21.564). Diese Titer fielen stark ab. 8 Monate nach der Impfung waren die medianen Titer der neutralisierenden Lebendvirus-Antikörper (53), der neutralisierenden Pseudovirus-Antikörper (160) und der RBD-spezifischen Bindungs-Antikörper (755) um einen Faktor von 34, 4 bzw. 29 niedriger als die Spitzenwerte. 

Der mRNA-1273-Impfstoff führte im Median ebenfalls zu einem hohen neutralisierenden Lebendvirus-Antikörpertiter (5.848), einem hohen neutralisierenden Pseudovirus-Antikörpertiter (1.569) und einen hohen Titer bei RBD-Antikörpertiter (25.677). 8 Monate nach der Impfung lagen die Werte bei 133, 273 und 1.546 Einheiten. Sie waren um einen Faktor von 44, 6 bzw. 17 niedriger als die Spitzentiter.

Der Ad26.COV2.S-Impfstoff induzierte wesentlich niedrigere mediane Titer als die mRNA-Impfstoffe bei maximaler Immunität. 4 Wochen nach der Einzelimpfung lag der mediane Titer der neutralisierenden Lebendvirus-Antikörper bei 146, der mediane Titer der neutralisierenden Pseudovirus-Antikörper bei 391 und der mediane Titer der RBD-spezifischen Bindungsantikörper bei 1.361; diese Titer blieben jedoch im Beobachtungszeitraum relativ stabil. Nach 8 Monaten betrug der mediane neutralisierende Lebendvirus-Antikörpertiter 629, der mediane neutralisierende Pseudovirus-Antikörpertiter 185 und der mediane RBD-spezifische Bindungs-Antikörpertiter 843; diese Titer waren mit Werten aus der 4. Woche vergleichbar.

Nach 8 Monaten lag der Median der CD8+ T-Zell-Antworten bei 0,016% mit dem BNT162b2-Impfstoff, 0,017% mit dem mRNA-1273-Impfstoff und 0,12% mit dem Ad26.COV2.S-Impfstoff. Bei allen drei Impfstoffen zeigten die T-Zell-Reaktionen eine breite Kreuzreaktivität gegen SARS-CoV-2-Varianten. 

Fazit: Unklare Folgen für die Praxis

„Diese Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen auf die abklingende Impfstoffimmunität, obwohl die Korrelate des Schutzes vor SARS-CoV-2 noch nicht definiert sind“, schreiben die Autoren. Zumindest in Deutschland stehen solche Fragen aktuell nicht zur Diskussion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, allen Personen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff.

 

Kommentar

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