Vorteil „Feind“-Kontakt: Bei COVID-19-Genesenen haben nach SARS-CoV-2-Impfung eine stärkere und anhaltendere Immunantwort

Dr. Nicola Siegmund-Schultze

Interessenkonflikte

19. November 2021

In den USA wurde schon früher als beispielsweise in Deutschland eine Impfung gegen das SARS-Coronavirus selbst nach labordiagnostisch gesicherter Spontaninfektion angeboten. Eine longitudinale Kohortenstudie ergibt nun: Die Antikörpertiter gegen das Spikeprotein von SARS-CoV-2 sind nach natürlicher Infektion plus Impfung höher als bei Impfung ohne vorangegangene Infektion; außerdem halten sie länger an [1].

Stärke und Dauer einer Immunantwort gegen SARS-CoV-2, ob nach Impfung oder natürlicher Infektion, sind wesentlich, um das Risiko für Infektionen auch für Geimpfte einzuschätzen.

Stärkere Immunantworten bei zur Infizierten

In einer Längsschnittstudie aus den USA sind Höhe und Dauer der humoralen Immunantworten nach Impfung von Mitarbeitern einer Universitätsklinik in Abhängigkeit von einer labordiagnostisch gesicherten, spontanen Infektion vor Impfung untersucht worden.

Studienteilnehmer waren 1.960 Mitarbeiter an der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, die 2 Impfdosen einer mRNA-Vakzine erhielten. Gemessen wurden die Antikörpertiter gegen das Spikeprotein von SARS-CoV-2 und Dauer der humoralen Immunantwort in Abhängigkeit von einer früheren, PCR-gesicherten SARS-CoV-2-Infektion (< und ≥ 90 Tage vor der 1. Impfdosis).

Bei Teilnehmern ohne vorangegangene spontane Infektion lagen die medianen Antikörpertiter 1 Monat nach abgeschlossener Impfung um den Faktor 8,69 über dem Ausgangslevel, nach 3 Monaten um den Faktor 7,28 und nach 6 Monaten um den Faktor 4,55.

Bei den Impflingen mit vorangegangener natürlicher Infektion lagen die medianen Antikörpertiter zu Monat 1 um den Faktor 1,25 über der medianen Antikörperkonzentration der Probanden ohne frühere Infektion, zu Monat 3 um den Faktor 1,42 und zu Monat 6 um den Faktor 2,56 über der medianen Antikörperkonzentration der Teilnehmer ohne frühere Infektion.

Bei einer Infektion ≥ 90 Tage vor der 1. Impfung wurden höhere Antikörperkonzentrationen nach vollständiger Impfung festgestellt als bei einer kürzeren Zeitspanne zwischen Infektion und 1. Impfung.

Impfung ab 4 Wochen nach Infektion 

Inzwischen empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung von Personen mit gesicherter symptomatischer SARS-CoV-2-Infektion, in der Regel 6 Monate nach der Infektion.

In Anbetracht der zunehmend besseren Impfstoffverfügbarkeit und der Unbedenklichkeit einer Impfung nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion sei die Gabe einer Impfstoffdosis jedoch bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome möglich.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf  Univadis.de .

 

Kommentar

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