38.000 Leben gerettet: RKI-Modellrechnung zum Nutzen der COVID-19-Impfung

Redaktion

Interessenkonflikte

24. August 2021

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus hat laut einer Modellrechnung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland geschätzt tausende Todesfälle verhindert. Die Ergebnisse hat das RKI nun im aktuellen Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. [1]„Unsere hier präsentierten Daten belegen den überragenden Nutzen der Covid-19-Impfung bereits in den ersten 6,5 Monaten der Impfkampagne in Deutschland 2021“, schreiben die Autoren der am Freitag veröffentlichten Analyse.

38.300 Todesfälle verhindert

Daraus ergebe sich, dass im Verlauf der 3. Corona-Welle geschätzt 38.300 Todesfälle verhindert wurden. Die Zahl der verhinderten Meldefälle wird auf über 706.000 beziffert, die der stationären Patienten auf mehr als 76.600, die der Patienten auf Intensivstation auf knapp 20.000. Insbesondere in der Altersgruppe ab 60 Jahre wurde die Anzahl der zu erwartenden Fälle für jeden der genannten Endpunkte um mehr als 40% reduziert.

 
Diese hohe Effektivität der COVID-19-Impfkampagne verdeutlicht eindrucksvoll, dass Impfungen den Weg aus der Pandemie ebnen. RKI
 

„Diese hohe Effektivität der COVID-19-Impfkampagne verdeutlicht eindrucksvoll, dass Impfungen den Weg aus der Pandemie ebnen“, schreibt das RKI.

Szenarien mit und ohne Impfkampagne

Für die Analyse modellierten Fachleute ein Szenario mit Impfkampagne und eines ohne. Die tatsächlichen Meldefälle wichen daher von den durch das Modell berechneten Fällen ab, hieß es.

Das RKI weist zudem darauf hin, dass verschiedene Parameter und Annahmen mit gewissen Unsicherheiten eingeflossen seien. Es geht z.B. um Effekte der Priorisierung. Angenommen wurde auch, dass alle verfügbaren Impfstoffe ohne Zeitverzug eingesetzt werden. „Zudem wurde angenommen, dass ohne die Impfkampagne außer den bestehenden nicht-pharmakologischen Maßnahmen keine weiteren Maßnahmen getroffen worden wären“, schränkt das RKI ein.

Unter anderem aufgrund einer noch nicht ausreichend hohen Impfquote unter den 18- bis 59-Jährigen und der sich derzeit ausbreitenden Delta-Variante stiegen die Infektionszahlen aktuell wieder an und Deutschland stehe am Anfang einer vierten Welle.

Um deren Ausmaß so gering wie möglich zu halten, sei es notwendig, so die Experten des RKI, dass der Anteil der geimpften Bevölkerung schnellstmöglich erhöht wird. Im Rahmen einer mit diesem Modell durchgeführten und früher publizierten Analyse sei hierfür eine Impfquote von 85% in der Altersgruppe 12 bis 59 Jahre und eine Impfquote von 90% bei Personen ab 60 Jahren notwendig.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Coliquio.de.
 

Kommentar

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