Alles, was Forscher über Long-COVID wissen: Großer Überblick zu Symptomen, Häufigkeit, Risikofaktoren und Therapien

Ute Eppinger

Interessenkonflikte

19. August 2021

Quelle: Dreamstime

Neurologische Symptome: Kognitionsstörungen und psychische Gesundheit

Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden zeigen eine Reihe von Beschwerden, darunter Enzephalopathie, kognitive Beeinträchtigungen, zerebrovaskuläre Ereignisse, Krampfanfälle, hypoxische Hirnverletzungen, Schwindel, dysexekutives Syndrom und psychiatrische Zustände.

Neurologische Symptome im Zusammenhang mit COVID-19 sind häufig und vielfältig. Wobei nicht bekannt ist, wer am stärksten von kognitiven Beschwerden betroffen ist und wie lange sie andauern; Patienten jedenfalls berichten in einer Publikation im Zusammenhang mit Long-COVID über „Brain Fog“ (Gehirnnebel) als häufiges Symptom.

Mögliche Krankheitsmechanismen: Coronaviren, einschließlich SARS-CoV-2,  können laut einer Studie das zentrale Nervensystem (ZNS) über hämatogene oder neuronale Wege infizieren. Der Eintrittsmechanismus und die anschließende ZNS-Infektion könnten die hohe Inzidenz von Neuroinflammation bei Patienten mit COVID-19 erklären und zu schädlichen Langzeiteffekten führen.

SARS-CoV-2 kann auch die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen, wodurch periphere Zytokine und andere aus dem Blut stammende Substanzen in das ZNS gelangen und die Neuroinflammation weiter vorantreiben können.

Thrombo-inflammatorische Mechanismen könnten die Ursache für die erhöhte Prävalenz Schlaganfällen bei COVID-19 sein, während ein „Brain Fog" nach auch nach einer PTSD oder nach kritischer Krankheit und Behandlung entstehen kann. invasiver

Es gibt Hinweise darauf, dass eine direkte, virale Enzephalitis, systemische Entzündungen, periphere Organ-Dysfunktionen und zerebrovaskuläre Veränderungen zur Entwicklung von Long-COVID beitragen können.

Behandlung: Eine Studie zur Gruppentherapie per Videokonferenz zeigt bei Menschen mit früher Psychose während COVID-19 offenbar vielversprechende Ergebnisse. Ein systematischer Review zur Effektivität einer Bewegungstherapie kam zu dem Schluss, dass sich Patienten mit Fatigue dadurch weniger erschöpft fühlen, besser schlafen und sich in ihrer Fitness verbessern.

Die NICE weist daraufhin, dass die Therapie kognitiver Beeinträchtigungen einen ganzheitlichen Ansatz erfordert und den Patienten erklärt werden sollte, dass sich die meisten Menschen nach einer schweren Erkrankung allmählich von kognitiven Beeinträchtigungen erholen.

Bei einem „Brain Fog“ rät die Mayo Clinic in einer Veröffentlichung zu Stressabbau und Bewältigungsstrategien. Darüber hinaus könnten Medikamente wie Methylphenidat, Donepezil, Modafinil und Memantin in Betracht gezogen werden. Schlafstörungen können nach den einschlägigen Leitlinien für Schlaflosigkeit behandelt werden.

Patienten mit psychischen Problemen neben oder als Folge von Long-COVID können nach den einschlägigen Leitlinien für Depressionen, Angstzustände, PTBS, Zwangsstörungen u. a. behandelt werden.

Kommentar

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