Fall: Einen 28-jährigen Fußballer quälen Bauchschmerzen, Durchfall und Abgeschlagenheit – warum fühlt er sich so krank?  

Thomas D. Pinkney, Simon F. Hobbs, Timothy D. Stone, Tim C.F. Sykes

Interessenkonflikte

12. August 2021

Die Behandlung der Osteitis pubis ist weitgehend symptomatisch, da die meisten Fälle unter Physiotherapie und unter einer entzündungshemmenden Medikation spontan abklingen. Manche Ärzte befürworten invasivere Maßnahmen wie intraartikuläre Steroid- oder Lokalanästhetikainjektionen oder sogar eine Proliferations- oder Sklerosierungstherapie (Injektion einer ansonsten nicht pharmakologischen Reizlösung an Sehnen oder Bänder mit der Absicht, das geschwächte Bindegewebe zu stärken und so die Schmerzen am Bewegungsapparat zu lindern). Zu keiner dieser Praktiken existieren randomisierte, kontrollierte Studien und ein systematischer Review ergab für diese Therapieformen lediglich die Evidenzstufe 4 [10].

Zur Behandlung der Osteomyelitis pubis wird in erster Linie auf eine längere, auf den Erreger gerichtete Antibiose gesetzt (zunächst intravenös). Allerdings bleibt allein damit die Heilung bei bis zu 50% aller Fälle unvollständig, was ein formelles chirurgisches Débridement mit Kürettage und Jet-Lavage nach sich ziehen kann [9].

Manche Chirurgen setzen auch mit Antibiotika imprägnierte Kügelchen in den betroffenen Bereich ein [3]. Unabhängig davon, ob ein chirurgischer Eingriff durchgeführt wird oder nicht, sollte die gezielte Antibiose jedoch so lange fortgesetzt werden, bis sich die BSG normalisiert hat, was im Allgemeinen eine mindestens 6-wöchige Kur erfordert [4].

In diesem Fall wurde die Antibiotikatherapie – dem Antibiogramm entsprechend – auf Flucloxacillin i.v. in der Höchstdosis umgestellt. Gegen die Schmerzen erhielt der Patient NSAID. Nach 36 Stunden unter dieser Behandlung hatten sich die Schmerzen gebessert, und das Fieber war verschwunden.

Am 9. Tag seines stationären Klinikaufenthaltes mit täglicher Physiotherapie konnte der Patient mit Gehstützen nach Hause entlassen werden. Die Flucloxacillin-Behandlung sollte er oral für weitere 8 Wochen fortsetzen. Nach dem Abschluss der Antibiose waren alle Symptome verschwunden. Es gab keine Residuen und somit konnte er auch das Fußballspiel wieder aufnehmen.

Kommentar

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