Ab in den Urlaub: Corona-Regeln und Risikoländer – diese Freiheiten haben Geimpfte, Getestete oder Genesene beim Reisen

Michael van den Heuvel

Interessenkonflikte

14. Juli 2021

Der Sommerurlaub naht, und das Chaos wird größer. Am 9. Juli erklärte die Bundesregierung Spanien zum Risikogebiet. Das gilt auch für Mallorca und für die Kanaren. Zypern wurde zum Hochinzidenzgebiet. Und Ende Juni wurde Portugal recht überraschend zum Virusvariantengebiet erklärt; mittlerweile gilt das Land als Hochinzidenzgebiet. Medscape hat für Sie die wichtigsten Regeln zusammengestellt – damit Sie gewappnet sind, wenn Ihre Patienten nachfragen.

SARS-CoV-2: Wie unterscheiden sich Reisegebiete voneinander?

In Europa gibt es starke Unterschiede bei der 7-Tage-Inzidenz. Spitzenreiter ist Zypern (540), gefolgt von Großbritannien (293), Spanien (200), Portugal (168) und Luxemburg (157), Stand 9. Juli 2021. Außerdem zirkulieren Varianten verschieden stark.

Deshalb teilen Bundesministerien Reiseländer mit erhöhtem Infektionsrisiko in 3 Kategorien ein:

  • Einfache Risikogebiete haben eine 7-Tages-Inzidenz über 50, aber unter 200.

  • In Hochrisikogebieten (Hochinzidenzgebieten) liegt die 7-Tages-Inzidenz regelmäßig über 200. Zur Bewertung können weitere Parameter herangezogen werden, etwa die Zahl positiver PCR-Tests im Verhältnis zur Gesamtzahl solcher Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) fallen u.a. Portugal, die Russische Föderation, mehrere südamerikanische und mehrere afrikanische Staaten in die Kategorie.

  • In Virusvariantengebieten treten neue Mutationen von SARS-CoV-2 auf, die in Deutschland noch kaum oder nicht zirkulieren. Dazu zählen u.a. Brasilien, Uruguay und mehrere afrikanische Länder.

Die Einstufung erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Urlauber sollten sich regelmäßig informieren, etwa beim RKI. Das Auswärtige Amt, das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat sowie das Paul-Ehrlich-Institut haben online ebenfalls wichtige Fakten zusammengestellt.

Welche Maßnahmen gelten in unterschiedlichen Risikogebieten?

Personen, die mit dem Flugzeug einreisen, müssen grundsätzlich – unabhängig davon, ob sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben – vor dem Abflug nachweisen, dass sie geimpft oder negativ getestet worden sind bzw. COVID-19 überstanden haben.

Und wer sich in den letzten 10 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat, hat bei Rückkehr nach Deutschland eine digitale Einreise-Anmeldung auszufüllen. Das gilt für einfache Risikogebiete, Hochrisikogebiete oder Virusvariantengebiete. Gedruckte Formulare sind ebenfalls verfügbar.

Weitere Maßnahmen unterscheiden sich je nach Inzidenz bzw. Situation vor Ort:

  • Wer aus einfachen Inzidenzgebieten kommt, muss sich spätestens 48 Stunden nach der Einreise testen lassen. Bis Ergebnisse vorliegen, ist häusliche Quarantäne einzuhalten. Geimpfte oder Genesene sind davon ausgenommen.

  • Reisende aus Hochinzidenzgebieten müssen schon bei Einreise einen negativen Testnachweis bereithalten und sich für 10 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Geimpfte oder genesene Personen mit entsprechendem Nachweis können sich davon via Einreiseportal befreien lassen; bei allen anderen Personen ist dies erst nach 5 Tagen bei negativem Testergebnis möglich.

Deutlich strenger sind die Vorschriften bei der Einreise aus Virusvariantengebieten: Alle Personen, auch Geimpfte oder Genesene, sind verpflichtet, bei der Einreise einen negativen Test vorzulegen – und sich danach 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben. Eine vorzeitige Beendigung ist nicht möglich.

Wer überprüft, ob die Regeln eingehalten werden?

Reisende aus dem Schengen-Raum werden von Bundespolizisten stichprobenartig überprüft. Bei allen anderen Personen finden systematische Kontrollen statt.

Alle Regeln gelten bis 28. Juli 2021. Danach werden Bundesministerien die Lage neu bewerten.
 

Kommentar

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