Fall: Blutiger Urin und Brennen beim Wasserlassen nach einem Penis-Trauma – wie können Sie dem Mann helfen? 

D. Brady Pregerson

Interessenkonflikte

5. Juli 2021

Wegen der relativen Seltenheit anteriorer Harnröhrenverletzungen bleibt als Frage, wie die bestmögliche Therapie aussieht.

Manche Autoren halten bei einer einfachen Harnröhrenverletzung die innere Schienung mit einem Foley-Katheter (vorzugsweise Silikon) für 7 bis 10 Tage in Verbindung mit Schmerztherapie und Antibiotikaprophylaxe für ausreichend. Allerdings sollte ein Katheter nur mit extremer Vorsicht in Anwesenheit eines Urologen und nach der RUG platziert werden, wenn dieses Vorgehen als sicher eingestuft wird. Andernfalls kann aus einer partiellen Ruptur eine komplette werden. Daher empfehlen Experten die initiale Anlage eines temporären suprapubischen Katheters.

Meist ist nach einigen Wochen ein elektiver operativer Eingriff zur definitiven Versorgung erforderlich [4]. Schwere Verletzungen, komplette Durchtrennungen oder Verletzungen, die eine Katheterpassage unmöglich machen, bedürfen meist ebenfalls der Operation [5]. Bei penetrierenden Verletzungen der vorderen Harnröhre sollte die Verletzung immer gründlich examiniert und ein Débridement durchgeführt werden, um den Gewebeverlust zu minimieren.

Die primäre Versorgung durch direkte Anastomosierung über einem Katheter zur Schienung kann bei Defekten der penilen Urethra bis zu einer Länge von 1,5 cm vorgenommen werden. Längere Defekte sollten zweizeitig angegangen werden, um andere Begleitverletzungen ausheilen zu lassen und eine eventuell notwendige Gewebetransplantation vorbereiten zu können.

Die Anlage eines suprapubischen Katheters kann sinnvoll sein. In jedem Falle sollten Ärzte noch in der Notaufnahme einen Urologen hinzuziehen. Langzeitkomplikationen wie Impotenz, Strikturen und Harninkontinenz treten eher bei hinteren Urethraverletzungen auf. Es ist sehr wichtig, mit Patienten frühzeitig über die Möglichkeit einer erektilen Dysfunktion aufgrund der Verletzung zu sprechen.

Im beschriebenen Fall hatte der Patient eine urethrale Ruptur vom Typ V sowie eine bereits bestehende Striktur. Der telefonisch konsultierte Urologe empfahl die Anlage eines transurethralen Katheters in der Notaufnahme. Aufgrund der Striktur wurden jedoch Schwierigkeiten beim Einführen eines Foley-Katheters sowie Unsicherheiten darüber, ob ein Widerstand beim Vorschub auf die Ruptur oder die Striktur zurückzuführen sein würde, erwartet. Daher hat der Arzt vor Ort die Empfehlung abgelehnt und den Urologen in die Klinik gebeten.

Dieser legte schließlich einen Coude-Katheter. Der Patient konnte mit Katheter und 7-tägiger Ciprofloxacin-Antibiose nach Hause entlassen werden. Am 8. Tag wurde bei ihm der Katheter entfernt. Bald darauf war er in der Lage, mit nur leichten Beschwerden und einer Mikrohämaturie Wasser zu lassen. Die Striktur blieb asymptomatisch. Deshalb entschlossen sich seine Ärzte, abzuwarten. Solche Läsionen müssen jedoch unter Beobachtung bleiben, da viele im Laufe der Zeit fortschreiten bzw. rezidivieren. Zur Überwachung sollte jährlich die Flussrate des Urins bestimmt oder zumindest ein Symptom-Score erhoben werden.

Kommentar

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