Fall: Blutiger Urin und Brennen beim Wasserlassen nach einem Penis-Trauma – wie können Sie dem Mann helfen? 

D. Brady Pregerson

Interessenkonflikte

5. Juli 2021

Diskussion

Die Abb. 1 zeigt Blut am Ostium urethrae externum. Zusammen mit einem Trauma kann sofort der Verdacht auf eine Verletzung der Urogenitalorgane und speziell der Harnröhre aufkommen. Dieser Befund ist auch relevant, weil ein Harnröhrenkatheter nicht ohne vorherige Durchführung einer RUG gelegt werden sollte, denn der Katheter könnte unbeabsichtigt partielle Risswunden bis zur vollständigeb Unterbrechung erweitern.

((Abbildung 1))

Die RUG zeigt eine Extravasation von Kontrastmittel aus der vorderen Harnröhre, was auf einen geschlossenen Harnröhrenriss hindeutet (s. Abb. 2). Eine zufällige Harnröhrenstriktur wurde ebenfalls identifiziert. Aufgrund des erhöhten intraluminalen Drucks durch die Harnröhrenstriktur musste das Kontrastmittel mit solcher Kraft injiziert werden, dass es in den Venenplexus gelangte (s. Abb. 3).

Die Harnröhre des erwachsenen Mannes misst 17–20 cm und wird anatomisch in 4 Abschnitte unterteilt:

  • Pars intramuralis: beginnend am Ostium urethrae internum durch die Harnblasenmuskulatur verlaufend,

  • Pars prostatica urethrae: die hintere oder prostatische Harnröhre,

  • Pars membranacea urethrae: der kurze Teil, der durch den äußeren Harnröhrenschließmuskel verläuft,

  • Pars spongiosa urethrae: die 15 bis 16 cm lange vordere Harnröhre, die in das penile (oder hängende) Segment und das bulbäre Segment unterteilt ist und mit der äußeren Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae externum) an der Spitze der Glans penis endet.

Verletzungen der penilen Harnröhre wie in diesem Fall sind relativ selten. Sie machen nur etwa 10% der Verletzungen des unteren Harntrakts und 37% aller Harnröhrenverletzungen aus [1,2].

Im Gegensatz zu Verletzungen der hinteren Harnröhre treten Verletzungen der vorderen Harnröhre typischerweise isoliert auf [3]. Die vordere Harnröhre kann durch Kompression des Penis gegen das Schambein oder durch eine Grätschverletzung (wie in diesem Fall) verletzt werden oder gelegentlich auch durch einen direkten Schlag oder Tritt Schaden nehmen.

Hintere Harnröhrenverletzungen sind meist die Folge einer Beckenfraktur mit hoher Krafteinwirkung: ein Hinweis auf beidseitige Schambeinfrakturen. Falls an der prostatourethralen Verbindung erhebliche Scherkräfte wirken, ist eine Verletzung der hinteren Harnröhre auch ohne begleitende Beckenfraktur möglich.

Kommentar

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