EKG-Quiz: 57-jährige Frau mit Bluthochdruck hat unregelmäßigen Puls – die Diagnose heißt …?

Philip J. Podrid, MD

Interessenkonflikte

29. April 2021

Diskussion

Die korrekte Diagnose lautet „Vorhoftachykardie mit variablem Block“ (s. Abb. 2).

Abb. 2 (mit freundlicher Genehmigung von Dr. Podrid).

Der Rhythmus ist bei einer Frequenz von 50/min grundsätzlich regelmäßig, obwohl das erste und 2. Intervall etwas kürzer ist. Daher ist der Rhythmus regelmäßig unregelmäßig („regularly irregular”). Die QRS-Komplexe sind schmal und weisen eine normale Morphologie und eine normale Herzachse auf.

Die P-Wellen (+) zeichnen sich deutlich und regelmäßig ab. Ihre Morphologie, Achse und Intervalle (└┘) sind mit einer Frequenz von 220/min gleichförmig. Zwischen jeder P-Welle erscheint die isoelektrische Linie. Daher handelt es sich bei dem zugrunde liegenden Rhythmus um eine Vorhoftachykardie.

Zudem liegt eine variable Überleitung oder ein variabler Block vor, der die Unregelmäßigkeit bei den RR-Intervallen erklärt. Außerdem besteht eine variable Beziehung zwischen den P-Wellen und den QRS-Komplexen (d.h. unregelmäßige PR-Intervalle). Dies geht auf eine anterograde verdeckte Überleitung zurück, die bei einer regelmäßigen und schnellen Vorhoffrequenz vorkommen kann.

Einige Vorhofimpulse gelangen durch den AV-Knoten, während andere innerhalb des AV-Knotens vollständig blockiert werden. Manche Impulse gelangen in den AV-Knoten, werden aber nur teilweise weitergeleitet (d.h. sie sind im Knoten verborgen). Daher ist der AV-Knoten teilweise refraktär und in der Lage, einen nachfolgenden Vorhofimpuls weiter zu leiten, jedoch mit einer niedrigeren Frequenz.

Die Geschwindigkeit der AV-Knotenleitung kann variieren, da die Eigenschaften des Knotens von langsamen Kalziumströmen bestimmt werden und die Depolarisationsgeschwindigkeit sowohl von lokalen Bedingungen als auch von der autonomen Steuerung beeinflusst werden kann.

Dies manifestiert sich als dekrementelles Leitungsverhalten (wie bei Wenckebach) und als verdeckte Überleitung. Es gibt eine hohe R-Zacke in V2 (←), die in der horizontalen Ebene gegen den Uhrzeigersinn rotiert. Die linksventrikulären Kräfte erscheinen daher früher in den rechten präkordialen Ableitungen.

Dr. Philip Podrid ist Experte für Elektrophysiologe und Professor für Medizin und Pharmakologie an der Boston University School of Medicine sowie Dozent an der Harvard Medical School.

Dieser Artikel wurde von Markus Vieten aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.
 

Kommentar

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