Ein Jahr COVID-19 – Monate voller Irrtümer, Fehleinschätzungen und Mangel: Wie die Pandemie aus dem Ruder laufen konnte

Brenda Goodman, MA 

Interessenkonflikte

29. März 2021

Irrtum: Eine asymptomatische Ausbreitung von SARS-CoV-2 ist selten
Erkenntnis: 40% der neuen Fälle wurden von symptomfreien Menschen angesteckt

Debatten über die asymptomatische Ausbreitung kochten im Juni 2020 hoch, nachdem Dr. Maria Van Kerkhove, Leiterin der WHO-Abteilung für neu auftretende Krankheiten und Zoonosen, Reportern sagte: „Aus den Daten, die wir haben, scheint es immer noch selten zu sein, dass eine asymptomatische Person die Viren auf ein anderes Individuum überträgt.“

Am nächsten Tag stellte sie klar, dass das, was sie mit asymptomatisch meinte, sehr eng gefasst gewesen sei. Sie sprach von einer Person mit einer COVID-19-Infektion, die niemals Symptome entwickelt. Sie sagte, dass die Übertragung des Virus häufiger bei Menschen vorkomme, die präsymptomatisch seien, was bedeute, dass sie irgendwann Symptome entwickeln würden. In der Tat hielt sie sich mit dieser Äußerung streng genommen an die veröffentlichten WHO-Richtlinien.

In einem Situationsbericht vom 1. Februar 2020 schrieb die WHO noch: „Eine asymptomatische Infektion könnte selten sein, die Übertragung von einer asymptomatischen Person ist bei anderen Coronaviren sehr selten, wie wir beim Middle East Respiratory Syndrome-Coronavirus (MERS) gesehen haben. Daher ist die Übertragung durch asymptomatische Fälle wahrscheinlich kein wesentlicher Treiber der Übertragung.“

Aber: Fallberichte von Ausbrüchen auf Kreuzfahrtschiffen, Obdachlosenunterkünften und Kirchenchören legen das Gegenteil nahe.

Eine Übersichtsarbeit, die im September 2020 in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde, nannte in einer Schätzung, dass 40 bis 45% der Coronavirus-Infektionen von Menschen stammen könnten, die keine Symptome zeigen.

„Eine asymptomatische Übertragung hätte ich nicht vorausgesagt“, sagt Heise. „Bei SARS-1 hatten Menschen, die das Virus übertragen haben, in der Regel auch Symptome.“ Und weiter: „Wir verstehen immer noch relativ wenig, warum SARS-CoV-2 viele nicht-respiratorische Symptome hervorruft, die wir z.B. bei Entzündungskrankheiten sehen, etwa Auswirkungen auf das Herz oder neurologische Folgen hat.“

Heise ergänzt: „Ich denke, es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir erst ein Jahr mit diesem Ausbruch zu tun haben, auch wenn es uns allen wie eine Ewigkeit vorkommt. Wir werden noch eine Weile brauchen, um Mechanismen und Besonderheiten dieses Virus zu verstehen. Es hat viele Geheimnisse, die wir noch nicht entschlüsselt haben.“

Kommentar

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