Fall: Junge Veganerin entwickelt nach Wanderung einen Ausschlag am Fuß, der schlimmer wird. Ihre Vermutung? 

Melba Estrella, Ansley Devore, Alan Snyder, Dirk M. Elston

Interessenkonflikte

25. März 2021

Das Ausbreitungsgebiet der allergischen Kontaktdermatitis entspricht meist der Stelle am Schuh, an der sich das Allergen befindet. Eine blasenbildende Dermatitis der Fußsohle wird oft mit Mercaptobenzothiazol aus Schuheinlagen in Verbindung gebracht, während die Thiuram-Allergie am Fußrücken auftritt und mit dem vor dem Vernähen eingesetzten Klebstoff für Leder zusammenhängt. Carbamate in Zehenboxen werden für eine Kontaktdermatitis an den dorsalen Zehen verantwortlich gemacht.

Die Symptome der allergischen Kontaktdermatitis treten klassischerweise 1 Tag bis 1 Woche nach der sekundären Exposition am Fußrücken und an den dorsalen Zehen in Erscheinung. Diese Lokalisation ist anatomisch aufgrund des dünnen Stratum corneum des dorsalen Fußes und der Verteilung der Allergene in den bei der Schuhherstellung verwendeten Klebstoffen besonders anfällig.

Im Gegensatz zu den Zehenzwischenräumen steht dieser Bereich im ständigen direkten Kontakt mit dem Schuh. Das Fußgewölbe und die Ferse sind typischerweise nicht betroffen, da hier der direkte Kontakt mit dem Schuh auch geringer ausfällt und das Stratum corneum dicker ist. Daher ist die ausschließliche Beteiligung der dorsalen Zehen und des Ristes ein hochspezifischer Befund für eine allergische Kontaktdermatitis.

Die Symptome treten meist beidseits auf, doch es sind auch einseitige Fälle bekannt. Die Patientin in diesem Fall war besonders anfällig für den transepidermalen Allergenkontakt, da die Haut beim Wandern durch Wasser, Hitze, Druck und Reibung belastet und anfällig war [1,7].

Die Prävalenz der allergischen Kontaktdermatitis wird auf 3,3% bis 11,7% derjenigen geschätzt, die auch ein allergisches Kontaktekzem haben. Dies entspricht etwa 1,5% bis 24,2% aller Personen, die sich einem Patch-Test zur Abklärung einer Kontaktdermatitis unterziehen. Die Krankheit kennt keine Geschlechts- oder ethnischen Präferenzen und ist stets eine diagnostische Herausforderung [7].

Abhängig von der Konzentration des auslösenden Stoffes und dem Ausmaß der Exposition können die Symptome in ihrer Schwere und Verteilung stark variieren. Klassischerweise präsentiert sich die allergische Kontaktdermatitis subakut mit einer roten, nässenden und Blasen bildenden Entzündungsreaktion in Gebieten, die der auslösenden Substanz direkt ausgesetzt waren.

Das Spektrum der Symptome hängt auch davon ab, wie lange und wie dauerhaft die Exposition bestand. Die akute Manifestation zeichnet sich durch ekzematöse Symptome aus, während es bei einer chronischen Exposition zu einem eher trockenen und Lichen-infizierten Erscheinungsbild mit Schuppung, Fissuren und Rhagaden kommt [1,4].

Die allergische Kontaktdermatitis ist eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion vom Typ IV, die durch vorhergehende Sensibilisierung und erneute Exposition gegenüber bestimmten Allergenen verursacht wird. Beim ersten Kontakt werden T-Helfer-1-Zellen der angeborenen Immunabwehr sensibilisiert.

Die Langerhans- und die dermalen dendritischen Zellen transportieren das Allergen zu den nächstgelegenen Lymphknoten, um die Proliferation der antigenspezifischen T-Zellen zu fördern. Nachdem diese sensibilisierten T-Zellen erneut auf das Antigen treffen, werden Zytokine freigesetzt und es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Jede weitere Exposition führt dann zu einer extremeren Reaktion [4].

Der Patch-Test ist die beste Methode, um das auslösende Allergen und die Ursache der allergischen Kontaktdermatitis zu bestimmen. Dabei wird der Patient einer Vielzahl von verdächtigen Allergenen ausgesetzt, die eine Typ-IV-Überempfindlichkeitsreaktion auslösen könnten. Die Bestätigung des auslösenden Agens liegt vor, wenn es dabei eine definierte Hautreaktion hervorruft.

Die häufigsten Allergene, die eine Schuhdermatitis verursachen, sind Vulkanisationsbeschleuniger wie Mercapto-Benzothiazol, Carbamate und Thiurame (z.B. Tetramethylthiuramdisulfid). Allergieauslösend können auch Substanzen wie Kaliumdichromat in Leder und Klebstoffen, Diisocyanaten in Gummipolsterungen, Dimethylfumarat als Konservierungsmittel, Filz, Korkeinlagen, Formaldehyd, Farbstoffe, Asphalt und Teer wirken [1,4].

Patienten müssen sorgfältig auf assoziierte Folgeerscheinungen hin untersucht werden. Durch sekundäre Ereignisse können sich Komplikationen einer allergischen Kontaktdermatitis ergeben. Offene Hautstellen und Wunden infolge von Blasen oder Exkoriationen können sich sekundär infizieren, was sowohl die Diagnose als auch dann die Prognose erschwert.

Darüber hinaus gibt es sekundäre allergische oder irritative Kontaktdermatitis-Reaktionen auf Cremes, Salben, Öle usw., die zur Behandlung der primären allergischen Erkrankung verwendet wurden.

Kommentar

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