Quiz: Vorsicht, Missbrauch und schädliche Wechselwirkungen – wissen Sie, was man bei Benzodiazepin-Verordnungen beachten sollte?

Mary L. Windle

Interessenkonflikte

8. März 2021

Benzodiazepine werden oft zusätzlich zu einer Therapie mit Antidepressiva eingesetzt. Sie sind besonders nützlich bei der Behandlung einer akuten situativen Angststörung und einer Anpassungsstörung, wenn die Dauer der medikamentösen Therapie voraussichtlich 6 Wochen nicht übersteigt, sowie zur schnellen Kontrolle von Panikattacken. In der Therapie der PTBS oder von Zwangsstörungen haben sich Benzodiazepine nicht bewährt.

Wenn eine Langzeitanwendung von Benzodiazepinen notwendig erscheint, sollte hierzu am besten eine 2. Meinung eingeholt werden, da ihr dauerhafter Einsatz ja zu einer Toleranzentwicklung, Entzugserscheinungen und behandlungsbedingten Ängsten führen kann. Das Abhängigkeitsrisiko sollte daher vor einem Einsatz wegen einer Angststörung sorgfältig abgewogen werden.

Bei einem problematischen Alkohol- oder Drogenkonsum in der Vorgeschichte sollte man sich gegen eine Verordnung von Benzodiazepinen entscheiden. Hinweisen auf eine nicht abgesprochene Dosissteigerung durch den Pateinten oder die Beschaffung von Benzodiazepin-Rezepten aus mehreren Quellen sollte der Arzt nachgehen.

Benzodiazepine wirken schnell, bergen aber die Gefahr der physischen und psychischen Abhängigkeit. Sie können initial als Ergänzung eingesetzt werden, während SSRI bis zu einer wirksamen Dosis titriert werden. Benzodiazepine können dann über 4 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, während die SSRI weitergegeben werden.

Ein solcher Ansatz verbessert oft die kurzfristige Verträglichkeit. Allerdings erhöht er die Gefahr einer Sedierung und sollte daher mit dem Warnhinweis verbunden sein, dass nach der Einnahme von Benzodiazepinen oder wenn man sich sediert fühlt, keine Maschinen oder Kraftfahrzeuge geführt werden dürfen. Wenn möglich, sollte eine langfristige Verschreibung von Benzodiazepinen bei chronischen Angststörungen vermieden werden.

Alprazolam wurde häufig zur Behandlung von Panikstörungen eingesetzt, doch wird aufgrund des höheren Abhängigkeitspotenzials aktuell davon abgeraten. Clonazepam ist die bevorzugte Alternative, weil es eine längere Halbwertszeit hat und nach dem Absetzen empirisch weniger Entzugssymptome erzeugt.

Kommentar

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