Fall: 19-jähriger Student mit Leistungsabfall und sozialem Rückzug uriniert in Einmachgläser

Anne McBride, Glen Xiong

Interessenkonflikte

22. Februar 2021

Diskussion

Der Patient scheint eine psychotische Störung zu haben. Auf der Grundlage der weiter unten detailliert beschriebenen diagnostischen Kriterien wird bei ihm eine Schizophrenie diagnostiziert. Diese psychiatrische Erkrankung betrifft weltweit etwa 1% der Bevölkerung [1].

Das DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Aufl.) fordert für die Diagnose Schizophrenie mindestens 2 der folgenden Symptome während der Mehrzahl der Tage eines Monats (oder weniger, wenn sie erfolgreich behandelt wird). Dabei muss mindestens eines der Symptome den Punkten (1), (2) oder (3) zugeordnet werden können:

  1. Wahnvorstellungen (feste, falsche Überzeugungen)

  2. Halluzinationen (Erleben von Sinnesreizen, die für andere nicht vorhanden sind)

  3. desorganisierte Sprechweise (z.B. häufiges Entgleisen oder Zerfahrenheit)

  4. grob desorganisiertes oder katatones Verhalten

  5. Negativsymptome (z.B. verminderter emotionaler Ausdruck oder reduzierte Willenskraft).

Das DSM-5 spezifiziert weiter folgenden Kriterien:

  • das Funktionsniveau der Person muss deutlich unter dem Niveau liegen, das vor dem Auftreten der Störung erreicht wurde

  • kontinuierliche Anzeichen der Störung müssen mindestens 6 Monate lang anhalten

  • Kriterien für eine schizoaffektive Störung oder eine affektive Störung mit psychotischen Merkmalen sollten ausgeschlossen werden

  • die Störung geht nicht auf Substanzgebrauchseffekte oder eine andere Erkrankung zurück.

Im DSM-5 wird zudem erläutert, wie eine Schizophrenie diagnostiziert werden kann, wenn zusätzlich eine Autismus-Spektrum-Störung oder eine Kommunikationsstörung mit Beginn im Kindesalter vorliegt. Bei dem Patienten im vorliegenden Fall gab es keine ausreichenden Anhaltspunkte für einen Drogen- und Alkoholmissbrauch.

Folgende Verlaufsindikatoren können ab einer Krankheitsdauer von 1 Jahr bestimmt werden [1]:

  • eine derzeit akute Episode

  • eine Episode, derzeit in Teilremission

  • eine Episode, derzeit in Vollremission

  • mehrere Episoden, derzeit in akuter Episode

  • mehrere Episoden, derzeit in Teilremission

  • mehrere Episoden, derzeit in Vollremission

  • kontinuierlich

  • nicht spezifiziert.

Eine Schizophrenie „mit Katatonie“ sollte in Betracht gezogen werden, wenn mindestens 3 der folgenden Symptome vorhanden sind [1]:

  • Stupor

  • Katalepsie

  • wachsartiger Muskeltonus (Flexibilitas cerea)

  • Mutismus

  • Negativismus

  • Verharren

  • Manierismen

  • Stereotypie

  • Erregung, die nicht durch äußere Reize beeinflusst wird

  • Grimassieren

  • Echolalie

  • Echopraxie.

Kommentar

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