Fall: Eine junge Frau kommt unruhig und verwirrt in die Notaufnahme, sie schwitzt stark. Was läuft schief in ihrem Kopf?   

Caroline Tschibelu

Interessenkonflikte

8. Februar 2021

Körperliche und apparative Untersuchungen

Bei der körperlichen Untersuchung hat die Patientin einen Blutdruck von 165/105 mmHg, einen Puls von 128/min, eine Atemfrequenz von 20/min und eine Temperatur von 38,1 °C bei einer pulsoximetrisch bestimmten Sauerstoffsättigung von 98% unter Raumluft.

Es handelt sich bei der Patientin um eine schlanke Frau, die aufgeregt und unruhig wirkt, aber der Untersuchung zustimmt. Auskultatorisch sind die Atemgeräusche über allen Lungenfeldern klar, das Herz schlägt regelmäßig und es sind keine Herzgeräusche wahrzunehmen.

Bei der neurologischen Untersuchung zeigt sie sich wach und zum Datum orientiert, jedoch nicht zur Uhrzeit und zu dem Ort, an dem sie sich befindet. Ihre Sprache ist klar und fließend, mit sicheren Wiederholungen, gutem Sprachverständnis und eindeutiger Benennung von Dingen. Sie erinnert sich an 1 von 3 Objekten innerhalb von 5 Minuten. An der Kopfhaut und am Hals finden sich keine druckschmerzhaften Stellen und keine Hinweise auf ein Trauma. An den Augen lassen sich weder Proptosis oder Lidschwellung, noch konjunktivale Injektionen oder Chemosis feststellen.

Sie kann Finger abzählen und hat ein intaktes bitemporales Gesichtsfeld. Die Okulomotorik ist für alle Blickrichtungen regelrecht. Es wird ein spontaner Augenklonus rechts beobachtet. Ihre Pupillen sind 2 mm groß und reagieren auf Licht. Die Sensibilitätsprüfung des Gesichts ist unauffällig. Zunge und Zäpfchen stehen mittig und der Würgereflex ist positiv. Das Hörvermögen ist orientierend seitengleich normal. Das Anheben der Schultern erfolgt normal und seitengleich. Die grobe Kraft beträgt in Armen und Beinen 5/5.

Die Sensibilitätsprüfungen für leichte Berührung, Nadelrad, Temperatur, Vibration und Propriozeption sind beidseits unauffällig und symmetrisch. Die Reflexstärke beträgt allgemein 2+, außer an den Beinen, wo eine beidseitige Hyperreflexie beobachtet wird. Die Diadochokinese ist unauffällig, ebenso alle übrigen körperlichen Untersuchungsbefunde.

Das EKG zeigt einen normalen Sinusrhythmus mit einer Frequenz von 128/min ohne ST-Streckenanomalien. Das daraufhin eingeleitete kraniale CT erbrachte dieses Bild (s. Abb. 1).

Ein Schwangerschaftstest im Urin war negativ. In der Notaufnahme wurden ein großes Blutbild, die Stoffwechselparameter sowie das Leberprofil mit Lipase, CK-Wert und Troponinspiegel bestimmt. Folgende Auffälligkeiten traten dabei zutage:

  • Leukozyten: 12.400 Zellen/µl (normal 4.200–11.000 Zellen/µl) mit 69% segmentkernigen Neutrophilen (54–62%) und 2% stabkernigen Granulozyten (3–5%)

  • Hb: 11,6 g/dl (normal bei Frauen 12–15 g/dl)

  • Troponin: 0,5 ng/ml (normal 0–0,4 ng/ml).

Die übrigen Laborbefunde, einschließlich eines Toxikologie-Screenings lagen im Normbereich.

Der Patientin wurde wegen des leichten Fiebers Paracetamol verabreicht. Zudem leitete man die i.v.-Flüssigkeitsgabe ein und nahm die Patientin stationär auf.

Kommentar

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