Fall: Heimtückischer Husten und Rückenschmerzen – diese 63-Jährige sollten Sie sich genauer ansehen

Winston W. Tan, Matthew Tan

Interessenkonflikte

25. Januar 2021

Diagnostik

Das nicht kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) macht etwa 85% aller Lungenkrebsarten aus. Histologisch wird es in Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinome und großzellige Karzinome unterteilt. NSCLC-Patienten benötigen ein vollständiges Staging zur Bestimmung des Erkrankungsausmaßes, weil davon die Therapieauswahl abhängt [1].

Die Patientin des vorliegenden Falls zeigt das typische Bild eines chronischen Hustens. Typischerweise wird zunächst eine Infektion für den Auslöser gehalten. Tritt jedoch trotz Behandlung der Infektion keine Symptombesserung ein, sollten weitere Untersuchungen auch im Hinblick auf einen möglichen Tumor die Konsequenz sein. Dazu wird dann häufig das Thorax-CT zur Abklärung des Verdachts eingesetzt [2].

Um die passende Therapie zu planen, ist es wichtig, möglichst exakt das Krankheitsstadiums über ein Staging zu definieren. Dafür eigenen sich folgende diagnostische Verfahren:

  • Thorax- und Abdomen-CT

  • großes Blutbild

  • Laborwert-Bestimmungen: Kreatinin, Elektrolyte, alkalische Phosphatase, AST

  • Prüfung der Lungenfunktion

  • Mediastinoskopie (falls eine chirurgische Resektion in Betracht gezogen wird).

Die aus diesen Tests gewonnenen Informationen dienen als Leitfaden für weitere Tests (z.B. weitere bildgebende Verfahren). Invasive Staging-Verfahren wie etwa die Mediastinoskopie oder die Mediastinotomie können notwendig sein, um die Situation der mediastinalen Lymphknoten zu beurteilen, wenn sich Patienten einer Resektion der Läsion unterziehen. Die PET kann zur Identifizierung betroffener Knoten nützlich sein. Dies beeinflusst auch die Entscheidung über die Operabilität.

Begleitsymptome

Paraneoplastische Syndrome sind beim kleinzelligen Lungenkarzinom häufiger als beim nicht kleinzelligen. Folgende Symptome und Syndrome können sich dabei entwickeln:

  • Cushing-Syndrom

  • Lambert-Eaton-Myasthenie-Syndrom: Das Syndrom beginnt allmählich mit einer proximalen Schwäche in den Beinen. Die proximale Schwäche in den Armen ist gewöhnlich weniger ausgeprägt. Die Symptomatik ist morgens stärker und bessert sich im Tagesverlauf. Obwohl eine Beteiligung extraokularer Muskeln selten ist, wird oft eine Ptosis beobachtet.

  • Hyperkalzämie: gewöhnlich bei Plattenepithelkarzinomen

  • Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)

hypertrophe Osteoarthropathie: Vergrößerung der Extremitäten und schmerzhafte, geschwollene Gelenke.

Kommentar

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