Quiz: Ist das vielleicht eine MS? Kennen Sie alle Kriterien und Strategien für die Diagnose?

Christopher Luzzio

Interessenkonflikte

11. Januar 2021

Nach den 2017 revidierten McDonald-Diagnosekriterien für die MS sind 2 oder mehr Schübe und der objektive klinische Nachweis von mindestens 2 Läsionen mit hinreichenden Nachweisen für einen früheren Schub erforderlich, um die Diagnose MS zu stellen, obwohl zusätzliche Evidenzen, wie z.B. etwa ein kranialer MRT-Befund, wünschenswert sind und zur MS-Diagnose passen müssen.

Das typische Merkmal der MS sind die symptomatischen Episoden, die „zeitlich und räumlich getrennt“ auftreten, d.h. Monate oder Jahre später und an verschiedenen Stellen im ZNS. Wenn es zu Kombinationen aus Schüben und Läsionen kommt, die jedoch insgesamt nicht die Evidenzkraft für eine MS besitzen, wie die oben beschriebene Konstellation, müssen weitere diagnostisch relevante Daten erhoben werden, um die MS als Diagnose zu sichern.

So könnten z.B. 2 oder mehr Schübe plus Hinweise auf nur eine Läsion zwar auf eine MS hindeuten, jedoch nur, wenn eine räumliche Disseminierung oder ein weiterer Schub an einer anderen Stelle im MRT bestätigt werden. Andererseits würden 2 oder mehr Läsionen mit nur einem Schub einen MRT-bestätigten Nachweis der zeitlichen Disseminierung, einen 2. Schub oder den Nachweis spezifischer oligoklonaler Banden im Liquor erfordern.

Noch mehr Befunde für eine MS-Diagnose wären erforderlich, wenn sie nur bei einem Schub und einer singulären Läsion (d.h. CIS) gestellt werden sollte, nämlich eine im MRT nachgewiesene räumliche und zeitliche Streuung oder ein 2. Schub, der an einer anderen Stelle verortet wird.

Dieser Artikel wurde von dem Arzt und Autor Markus Vieten aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.
 

Kommentar

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