COVID-19-Patienten in der Arztpraxis: ABC-Studie sammelt Daten dazu – so können Sie teilnehmen

Ute Eppinger

Interessenkonflikte

2. Dezember 2020

Die meisten Patienten mit COVID-19 werden ambulant behandelt. Muss ein Patient mit COVID-19 in die Klinik, wird auch darüber in der ambulanten Versorgung entschieden. Auch die Behandlung von Spätfolgen und Komplikationen liegt in den Händen der Niedergelassenen. Doch anders als bei der stationären Versorgung von COVID-19-Patienten gibt es bislang nur wenig Studiendaten aus Arztpraxen.

Damit fehlt es vor allem an Wissen über individuelle Risikofaktoren von Patienten, die zu schweren COVID-19-Verläufen und damit zu Klinikeinweisungen beitragen. Das ABC-19-Register will diese Lücke schließen. Dort werden Daten aus der ambulanten Behandlung von an COVID-19 erkrankten Patienten systematisch erfasst.

Eine erste Beobachtungsstudie (ABC-19-Studie) auf Basis der Registerdaten soll dann ein besseres Verständnis des Krankheitsverlaufs bei COVID-19-Patienten ermöglichen. Speziell der Einfluss von Begleiterkrankungen auf den Verlauf von COVID-19 soll dabei untersucht werden. Die Studie, eine Forschungsinitiative des IGES – Institut für Gesundheitsforschung, ist jetzt in Berlin und Brandenburg gestartet und wird bundesweit laufen.

 
Grundsätzlich kann jeder Arzt teilnehmen, der regelmäßig eine gewisse Anzahl von COVID-19-Patienten betreut. Sandra Jessel
 

Niedergelassene Ärzte, die COVID-19-Infizierte behandeln, sind zur Teilnahme aufgerufen. Die Dokumentation erfolgt elektronisch mit Unterstützung der IGES-Tochter CSG – Clinische Studien Gesellschaft.

„Grundsätzlich kann jeder Arzt teilnehmen, der regelmäßig eine gewisse Anzahl von COVID-19-Patienten betreut“, bestätigt Sandra Jessel, Sprecherin von IGES, gegenüber Medscape. Ziel der Studie ist, mehr über den ambulanten Krankheitsverlauf von SARS-CoV-2-Infizierten und das Vorgehen niedergelassener Ärzte zu erfahren. Dies soll dazu beitragen, evidenzbasierte – wissenschaftlich fundierte – Leitlinien für die ambulante Behandlung von Patienten mit COVID-19 zu etablieren.

Dies soll wiederum bessere Behandlungsergebnisse ermöglichen und unnötige Krankenhauseinweisungen verhindern. Ärzte, die Interesse haben am Register teilzunehmen, können sich über die E-Mail-Adresse abc19(@)csg-germany.com anmelden und erhalten dann weitere Informationen zur Studie und zum Studienprotokoll.

Auch Patienten können sich direkt an der Studie beteiligen

Auch Patienten werden befragt und können sich über ihr Smartphone selbst aus Quarantäne an der Studie beteiligen. Vor allem der medizinische Umgang mit Begleiterkrankungen steht im Fokus. Bisherige Studien deuten darauf hin, dass etwa chronische Nierenerkrankungen, Herzinsuffizienz oder Diabetes das Risiko für schwere Verläufe und eine stationäre Aufnahme erhöhen. Auch Spätfolgen einer COVID-19-Erkrankung werden im Rahmen der ABC-19-Studie beobachtet.

Die Auswertung erfolgt bereits während der Studie. Gestartet ist die Studie im November, erste Patienten und Ärzte haben sich schon beteiligt, berichtet Jessel.

 
Wir gehen davon aus, dass wir Ende des zweiten Quartals 2021 erste Daten anschauen können. Sandra Jessel
 

Willigt ein Patient in die Studie ein, werden seine medizinischen Befunde und persönliche Informationen im Studienzentrum – also der Arztpraxis – in der persönlichen Akte niedergeschrieben oder elektronisch gespeichert. Zugriff auf die personenbezogenen Daten haben nur die zuständigen Personen im jeweiligen Studienzentrum. Die für die Studie wichtigen Daten werden zusätzlich in pseudonymisierter Form gespeichert, ausgewertet und gegebenenfalls weitergegeben. Diese Aufgaben werden von der CSG übernommen, die auch für die Qualitätssicherung zuständig ist.

Rechtsgrundlage ist die freiwillige Einwilligung: Die Daten werden nur dann erhoben, gespeichert, ausgewertet und weitergegeben, wenn Patienten damit einverstanden sind. Eine zunächst erteilte Einwilligung kann ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.

Und wann ist mit den Ergebnissen zu rechnen? „Wir gehen davon aus, dass wir Ende des zweiten Quartals 2021 erste Daten anschauen können“, berichtet Jessel.

 

Kommentar

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