S2k-Leitlinie zu COVID-19 gibt neue Empfehlungen: Wann und wie sollte ein Patient stationär behandelt werden?

Dr. Nicola Siegmund-Schultze

Interessenkonflikte

30. November 2020

Medizinische Fachgesellschaften haben mit Unterstützung durch das Robert Koch-Institut eine aktualisierte Leitlinie zur stationären Versorgung von COVID-19-Patienten veröffentlicht [1]. Ihre Empfehlungen richten sich an alle im Krankenhaus tätigen Ärzte und andere Berufsgruppen. Die Autoren befassen sich im Dokument mit dem aktuellen Stand des Wissens zur Pathophysiologie, zur Diagnostik und zu den therapeutischen Strategien, um die Behandlung zu optimieren.

„Upgrade“ von S1 auf S2k

Bereits im März dieses Jahres ist eine S1-Leitlinie zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19 publiziert worden. Sie wurde danach mehrfach für die intensivmedizinische Therapie aktualisiert und ist nun als S2k-Leitlinie auf den gesamten stationären Bereich erweitert worden. Bei der Erstellung kamen Regeln der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zur Anwendung.

Darauf sollten Ärzte achten

Die wichtigsten Empfehlungen: Bei der stationären Aufnahme eines Patienten wegen COVID-19 sollte ein aktueller PCR-Test vorliegen oder durchgeführt werden, eventuell auch nach oder parallel zu einem Antigennachweis auf SARS-CoV-2. Und bei negativer SARS-CoV-2-PCR, aber dringendem klinischen Verdacht, ist es ratsam, eine weitere Probe zu untersuchen.

Die Indikation zur Krankenhausaufnahme von COVID-19 Patienten soll nach klinischen Kriterien erfolgen, vor allem unter Berücksichtigung von Alter, Komorbiditäten, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung.

Wie gehabt betonen die Autoren, SARS-CoV-2-Infizierte und andere Patienten räumlich strikt voneinander zu trennen. Eine Entisolierung kann bei schwerem COVID-19-Verlauf mit Sauerstoffbedürftigkeit bei mindestens 48-stündiger Symptomfreiheit, frühestens aber 10 Tage nach Symptombeginn und bei negativem PCR-Test oder hohem Ct-Wert über 30 erfolgen. Das gilt ebenfalls für Patienten mit leichtem COVID-19-Verlauf ohne Sauerstoffbedürftigkeit nach mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit und frühestens 10 Tage nach Symptombeginn sowie bei Patenten mit asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion frühestens 10 Tage nach Erstnachweis des Virus.

Die Autoren nennen als Kriterien für Behandlungen auf der Intensivstation eine Hypoxämie (SpO2 unter 90%) unter 2-4 Liter Sauerstoff/min. bei nicht vorbestehender Therapie beziehungsweise eine Dyspnoe mit einer Atemfrequenz über 25-30/min.

Orientierungshilfe zur Behandlung von COVID-19-Patienten

Diese Leitlinie möchte Orientierung für Ärzte, Pfleger und alle Personen und Organisationen sein, die direkt oder indirekt mit SARS-CoV-2 und COVID-19 befasst sind. Für den ambulanten Bereich gibt es entsprechende Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de.

 

Kommentar

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