Quiz: Reizblase – ein verborgenes Problem von Millionen. Kennen Sie die vielfältigen Untersuchungs- und Therapieansätze?

Bradley Schwartz

Interessenkonflikte

23. November 2020

Die AUA/SUFU-Leitlinien enthalten folgende Therapieempfehlungen für die überaktive Blase:

  • Die First-line-Therapie besteht bei allen Patienten mit überaktiver Blase in der Verhaltensmodifikation (z.B. Blasentraining, Blasenkontrollstrategien, Beckenbodentraining, Flüssigkeitsmanagement).

  • Verhaltensmodifizierende Ansätze können mit medikamentösen kombiniert werden.

  • Orale Anticholinergika oder orale Beta-3-Agonisten sollten als Zweitlinientherapie angeboten werden. Wenn Präparate mit sofortiger und mit verzögerter Wirkung verfügbar sind, sollte die Formulierung mit verzögerter Wirkstofffreisetzung den Vorzug erhalten, weil dann die Mundtrockenheit weniger ausgeprägt ist.

  • Als Zweitlinientherapie kann auch transdermal wirkendes Oxybutynin (Pflaster oder Gel) angeboten werden.

  • Wenn bei einem Patienten die Symptomkontrolle unbefriedigend ist und/oder die Medikamentennebenwirkungen bei einem Anticholinergikum nicht toleriert werden, kann eine Dosisänderung oder auch ein Wechsel auf ein anderes Anticholinergikum oder einen Beta-3-Agonisten versucht werden.

  • Wenn die Monotherapie mit einem Anticholinergikum oder einem Beta-3-Agonisten bei überaktiver Blase nicht oder nicht mehr funktioniert, kann eine Kombinationstherapie dieser Wirkstoff versucht werden.

  • Patienten mit Engwinkelglaukom sollten ein Anticholinergikum nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Augenarzt erhalten. Bei Patienten mit Magenentleerungsstörungen oder einem Harnverhalt in der Anamnese sollten sie nur mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden.

  • Bevor eine funktionierende Therapie mit Anticholinergika wegen Verstopfung und Mundtrockenheit abgebrochen wird, sollte versucht werden, diese Nebenwirkungen mit Stuhl- und Flüssigkeitsmanagement, Dosisanpassung oder alternativen Anticholinergika in den Griff zu bekommen.

  • Wenn Patienten ein Anticholinergikum erhalten sollen, jedoch bereits andere Medikamente mit anticholinergen Eigenschaften einnehmen, ist große Vorsicht geboten.

  • Bei fehlender oder nicht mehr gegebener Wirkung der Erst- und Zweilinienbehandlung können sorgsam ausgewählte und eingehend beratene Patienten als Drittlinientherapie Intradetrusor-Onabotulinumtoxin-A in einer Dosis von 100 U erhalten. Die Betroffenen müssen willens und in der Lage sein, sich regelmäßigen Restharnbestimmungen zu unterziehen und notfalls auch eine Selbstkatheterisierung durchführen können.

  • Die perkutane tibiale Nervenstimulation (PTNS) kann ebenfalls nur ausgewählten Patienten als Drittlinientherapie angeboten werden.

  • Eine weitere Drittlinienoption bei einer sorgfältig ausgewählten Patientenpopulation ist die sakrale Neuromodulation. Die Indikation besteht bei einer schweren und refraktären überaktiven Blase oder bei Patienten, die für eine Zweitlinientherapie nicht infrage kommen und bereit sind, sich einem chirurgischen Eingriff zu unterziehen.

  • In seltenen Fällen kann bei einer schweren und refraktären überaktiven Blase auch eine Augmentationszystoplastik oder die Harnableitung in Betracht gezogen werden.

Dieser Artikel wurde von dem Arzt und Autor Markus Vieten aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.
 

Kommentar

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