Quiz: Reizblase – ein verborgenes Problem von Millionen. Kennen Sie die vielfältigen Untersuchungs- und Therapieansätze?

Bradley Schwartz

Interessenkonflikte

23. November 2020

Ausführliche Untersuchungen

Eine eingehende körperliche Untersuchung liefert Erkenntnisse über die Art einer überaktiven Blase, den Schweregrad und die von ihr ausgehende Belastung für den Patienten.

Die Untersuchung von Herz, Lungen und Kreislauf zeigt, ob etwa ein Medikament zur Hustenkontrolle hilfreich oder die Gabe von Diuretika angezeigt sein kann.

Über die abdominale Untersuchung lassen sich Hinweise auf eine Rektusdiastase, intraabdominale Massen, eine Aszites und eine Organomegalie finden. Diese Faktoren könnten den Druck innerhalb des Bauchraumes erhöhen und die Funktion der Harnwege beeinflussen. Eine tastbare Blase kann auf eine Überlaufinkontinenz oder eine Obstruktion hindeuten.

Die Untersuchung des Beckens dient der Evaluation möglicher Entzündungen, Infektionen, Atrophien oder eines Beckenorganvorfalls. Solche Zustände können das afferente Empfinden verstärken und zu Harndrang, Pollakisurie, Dysurie und zur überaktiven Blase führen.

Die Harnröhre und das Trigonum vesicae sind östrogenabhängige Gewebe, sodass ein Östrogenmangel zur Harninkontinenz und zu einer Harnfunktionsstörung beitragen kann. Häufigste Merkmale eines niedrigen Östrogenspiegels sind:

  • Ausdünnung und Blässe des Vaginaepithels

  • Verlust der Schleimhautrugae

  • Rückzug der inneren Schamlippen

  • Ausbildung eines Urethralkarunkels.

Bei Frauen prüft man die Funktion des M. levator ani, indem man sie bittet, ihre Scheidenmuskulatur anzuspannen und dies so lange wie möglich beizubehalten. Bei normaler Funktion kann die Kontraktion 5–10 s gehalten werden. Eine sehr schwache oder gar fehlende willkürliche Kontraktion des M. levator ani kann eine Indikation für ein Beckenbodentraining ggf. mit Biofeedback sein.

Die bimanuelle Untersuchung sollte auch die digitale rektale Untersuchung beinhalten, um den Tonus des Afterschließmuskels zu kontrollieren und mögliche Hinweise auf okkultes Blut oder rektale Läsionen zu gewinnen.

Bei Männern wird bei der rektalen Untersuchung auch die Prostata einbezogen, um Hinweise auf eine benigne Prostatahyperplasie oder auch auf ein Prostatakarzinom zu erhalten.

Die wichtige neurologische Untersuchung umfasst die Beurteilung der lumbosakralen Nervenwurzeln sowie die Bewertung der Muskeleigenreflexe, der Kraft in den unteren Extremitäten, der protopathischen und epikritischen Sensibilität sowie des Bulbokavernosus- bzw. Klitorisreflexes.

Abnormale Befunde, wie z.B. eine Hyperreflexie oder ein ausgefallener Bulbokavernosusreflex können Hinweise auf eine neurologische Läsion sein, die der Harninkontinenz zugrunde liegt.

Kommentar

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