Rückschlag für COVID-19-Impfstoff? Junger Proband in brasilianischer Phase-3-Studie gestorben

Leoleli Schwartz

Interessenkonflikte

22. Oktober 2020

Die brasilianische nationale Gesundheitsbehörde (Anvisa) hat gemeldet, dass sie den Tod eines Probanden in einer klinischen Studie zu einer COVID-19-Vakzine der Oxford University und von AstraZeneca untersucht.

In einer E-Mail an Medscape erklärt die Behörde, dass sie am 19. Oktober formal über den Tod informiert worden sei. Sie habe bereits Daten zur Untersuchung des Falls erhalten, die nun von dem brasilianischen International Security Assessment Committee durchgeführt wird.

Die Identität des Probanden und die Todesursache sind noch von keiner offiziellen Quelle bestätigt worden, die mit der Studie in Verbindung steht. In der E-Mail bekräftigt Anvisa, dass „entsprechend der internationalen Richtlinien für gute klinische Praxis Daten von Probanden gemäß den Prinzipien von Vertraulichkeit, Menschenwürde und Schutz der Teilnehmer vertraulich behandelt werden müssen“.

Laut einem Bericht in der brasilianischen Zeitung O Globe handelt es sich bei dem gestorbenen Probanden um einen 28 Jahre alten Arzt, der erst kürzlich promoviert hatte und in 3 Krankenhäusern in Rio de Janeiro an vorderster Front gegen COVID-19 kämpfte. Laut Bericht starb er letzten Donnerstag an Komplikationen einer COVID-19-Erkrankung. Es ist nicht bekannt, ob er die Vakzine oder eine Placebo-Impfung erhalten hatte.

 
Wir können nicht die Hoffnung verlieren und wir müssen – mit so viel Sicherheit wie möglich – weitermachen bei der Suche nach einer idealen Vakzine. Dr. Sergio Cimerman
 

Es sei geboten, auf die Resultate der offiziellen Untersuchung zu warten, sagt Dr. Sergio Cimerman, der wissenschaftliche Koordinator der brasilianischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten (SBI), da Todesfälle bei jeder Vakzine-Studie auftreten könnten, insbesondere in Fällen, in denen es das Ziel sei, die Bevölkerung in Rekordzeit zu immunisieren.

„Es ist genau so eine Phase-3-Studie, in der die Effektivität und Sicherheit untersucht wird, damit die Vakzine für die gesamte Bevölkerung verwendet werden kann. Wir können nicht die Hoffnung verlieren und wir müssen – mit so viel Sicherheit wie möglich - weitermachen bei der Suche nach einer idealen Vakzine“, sagt Cimerman, der am Instituto de Infectologia Emílio Ribas arbeitet und auch ein Berater der portugiesischen Ausgabe von Medscape ist.

Dieser Artikel wurde von Bettina Micka aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.

 

Kommentar

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