Corona-Pandemie: Privatärztliche Honorare gehen um ein Drittel zurück

Presseagentur Gesundheit (pag)

Interessenkonflikte

22. Juni 2020

Um knapp ein Drittel sind die Honorare für privatärztliche Leistungen im April zurückgegangen. HNO- und Hausärzte trifft es dabei am härtesten. Das geht aus einer Stichprobe des Verbands der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS Verband) hervor. Dieser meint: „Die Ergebnisse spiegeln die erhebliche Corona-bedingte Verunsicherung der Patientinnen und Patienten und deren Ängste wider.“

„Unsere Daten zeigen, dass die HNO-Ärzte mit fast 44 Prozent Honorareinbußen die Auswirkungen der Pandemie am stärksten zu spüren bekommen“, führt Stefan Tilgner, Geschäftsführer des PVS Verbandes, aus. „Aber auch die Hausärzte liegen mit knapp 37 Prozent deutlich über dem Durchschnitt, das gilt auch für die Kinder- und Jugendärzte, die Honorarrückgänge von 36 Prozent zu verzeichnen haben.“ Relativ glimpflich kommen dagegen die Gynäkologen mit einem Rückgang von circa 27 Prozent davon.

 
Dieses Handeln könnte sich noch bitter rächen, sollten die Einbußen existenzbedrohlich und damit strukturverändernd wirken. Stefan Tilgner
 

Für die Erhebung wurden laut PVS Verband die Abrechnungen von 3.571 niedergelassenen Ärzten deutschlandweit ausgewertet.

Die Honorareinbrüche könnten die Arztpraxen aus eigener Kraft nur schwer kompensieren, sagt Tilgner. Der ambulante Bereich, besonders der privatärztliche, profitiere kaum von der staatlichen Unterstützung. „Dieses Handeln könnte sich noch bitter rächen, sollten die Einbußen existenzbedrohlich und damit strukturverändernd wirken. Hier sind alle Akteure gefragt, dies zu verhindern“, mahnt Tilgner.

Deswegen will der PVS Verband seine Erhebung fortführen. Dabei werde es neben der Beschreibung des Behandlungsgeschehens in den Folgemonaten auch um die weitere Präzisierung der Ergebnisse für den April gehen.

Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) hat bereits angekündigt, dass sich die PKV mit mehr als 300 Millionen Euro an den Corona-bedingten Hygienekosten in den (Zahn-)Arztpraxen beteiligen will.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de.
 

Kommentar

3090D553-9492-4563-8681-AD288FA52ACE
Wir bitten darum, Diskussionen höflich und sachlich zu halten. Beiträge werden vor der Veröffentlichung nicht überprüft, jedoch werden Kommentare, die unsere Community-Regeln verletzen, gelöscht.

wird bearbeitet....