KBV-Tipps: Welche SARS-CoV-2-Diagnostik dürfen Ärzte aktuell abrechnen? Und welche Ziffern gelten?

Michael van den Heuvel

Interessenkonflikte

12. Mai 2020

Seit Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie haben Hersteller an neuen Nachweismethoden gearbeitet. Ärzte können neben der RT-PCR auch andere Methoden zur Amplifikation und Detektion viraler Nukleinsäuren sowie Antikörper-Tests abrechnen. Über Details informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in mehreren Mitteilungen [1,2].

Antikörpertests als mögliche Ergänzung zur PCR

Die PCR-Diagnostik bleibt bei akuten Infektionen laut Robert Koch-Institut der Goldstandard. Antikörpertests machen dennoch Sinn, falls sich Patienten recht spät nach Beginn der Symptome in der Praxis melden. Nach 2 oder mehr Wochen haben sie womöglich keine virale RNA mehr im Körper. Dann bleiben serologische Verfahren als Alternative. Diese sind eine Woche nach Symptombeginn oder später möglich.

 
Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörper-Nachweise zur Verfügung. KBV
 

„Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörper-Nachweise zur Verfügung“, informiert die KBV. Ärzte benötigen vom Patienten 2 Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen. Die 2. Probe sollte ab der 3. Woche nach Beginn der Symptome abgenommen und idealerweise in das gleiche Labor geschickt werden, damit es methodisch keine Unterscheide gibt.

Die KBV rät, Gesamt- oder die spezifischen IgG-Antikörper testen zu lassen. „IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden“, heißt es in einer Mitteilung.

Abrechnung der SARS-CoV-2-Tests

Ärzte sollten zudem darauf achten, nur Personen mit möglichen COVID-19-Symptomen zu testen. Denn die Testung von symptomfreien Personen sei momentan keine vertragsärztliche Leistung, sondern Thema wissenschaftlicher Studien.

 
IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden. KBV
 

Alle Leistungen, die aufgrund eines klinischen COVID-19-Verdachts erforderlich sind, werden seit 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt. Damit Krankenkassen dies berücksichtigen, müssen die entsprechenden Fälle schon bei der 1. Dokumentation mit der Ziffer 88240 gekennzeichnet werden – sowohl vom behandelnden Arzt als auch vom Laborarzt. Für den Antikörper-Test wird die Gebührenordnungsposition 32641 angegeben. Schnellteste können jedoch nicht abgerechnet werden.

Meldefrist wird „Soll“-Bestimmung

Noch ein Blick auf die Zeit. Bislang galt, dass Ärzte positive Befunde dem zuständigen Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden mitteilen müssen. Das betrifft alle Verfahren, etwa PCR, weitere Methoden der Amplifikation oder Antikörper-Tests.

Laut KBV ist die Frist nun von einer „Muss“-Bestimmung zu einer „Kann“-Regelung geworden – aufgrund von Lieferschwierigkeiten für Reagenzien und Verbrauchsmaterialien. Sollte sich die Versorgungssituation wieder entspannen, wird daraus laut KBV wieder ein verpflichtender Passus.

Informationsmaterial für Patienten

Zudem stellt die KBV nun für ärztliche Wartezimmer auch verschiedene Medien zur Verfügung [3]. Ein Video zeigt z.B., wie man die Mund-Nasen-Bedeckung richtig aufsetzt, trägt und entsorgt. In einem anderen Video lernen Patienten, wie sie ihre Hände richtig waschen. Beide Punkte sorgen in Corona-Zeiten immer wieder für Verwirrung – der Informationsbedarf ist nach wie vor groß.

Die Filme können nicht nur auf Bildschirmen im Wartezimmer laufen, sondern über Youtube auf der Praxiswebsite eingebunden werden. Außerdem gibt es diverse Grafiken zum Ausdrucken und Auslegen oder Aushängen.

 

Kommentar

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