Quiz: Wieder schlecht geschlafen? Wie Sie Ihren Patienten mit Insomnie helfen und welche Tabletten sinnvoll sind

Stephen Soreff, MD

Interessenkonflikte

23. Januar 2020

Sedierend-hypnotische Medikamente heilen die Insomnie nicht, aber sie können symptomatische Linderung verschaffen, besonders als Ergänzung zur KVT. Manche Patienten können den Vorgaben einer KVT nicht folgen oder sprechen darauf nicht an und werden somit auch zu möglichen Kandidaten für eine solche Medikation. Die Non-Benzodiazepine (z.B. Zopiclon, Zolpidem, Zaleplon) erzeugen eine geringere Gewöhnung als die Benzodiazepine und bedeuten daher einen wichtigen Fortschritt in der Langzeittherapie der chronischen Insomnie.

Am besten eignen sich Non-Benzodiazepine zur Behandlung einer vorübergehenden und kurzfristigen Schlaflosigkeit in Kombination mit nicht medikamentösen Maßnahmen. Die meisten Experten sind sich inzwischen darin einig, dass Medikamente nur in seltenen Fällen die einzige Therapie gegen eine chronische Insomnie sein sollten.

Tasimelteon ist ein Melatonin-Rezeptoragonist. (Ein anderer Vertreter dieser Wirkstoffgruppe ist das nur in den USA erhältliche Ramelteon, dessen Zulassungsaussichten in der EU wegen zu geringer Wirksamkeit gering waren, sodass der Hersteller den Zulassungsantrag zurückgezogen hatte.) Tasimelteon hat sich nach den Studien SET und RESET [Lockley SW et al. Lancet. 2015;386:1754–64] in der Behandlung der Non-24h-Schlaf-Wach-Rhythmusstörung (Non-24) bei Blinden bewährt, da es nicht den Schlaf „erzwingt“, wie man es von Benzodiazepinen oder GABA-Rezeptoragonisten kennt. Es wirkt eher als Schlafregulator oder Schlafpromotor.

Schlafstörungen können bei blinden und sehbehinderten Patienten ein großes Problem sein. Durch den Wegfall des externen Tageslichts als stärksten Taktgeber gerät die Steuerung der Melatonin-Ausschüttung als wichtigster Botenstoff in der Schlaf-Wach-Regulation aus dem Lot.

Viele Ärzte glauben, dass sedierende Antidepressiva weniger Nebenwirkungen haben als Non-Benzodiazepine, was so jedoch nicht stimmt. Trizyklische Antidepressiva und das tetrazyklische Mirtazapin können tagsüber sedierend wirken und zu Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, orthostatischer Dysregulation und Herzrhythmusstörungen führen. Trazodon kann bei Männern einen Priapismus verursachen und tagsüber zu verstärkter Müdigkeit und Hypotonie mit orthostatischen Regulationsstörungen führen.

Die in Deutschland verfügbaren Antihistaminika zur Insomnie-Behandlung sind teils frei verkäuflich wie z.B. Diphenhydramin und Doxylamin. Oder auch verschreibungspflichtig wie z.B. Hydroxizin und Promethazin. Allerdings gibt es zu dieser Therapie keine hochwertigen randomisierten Untersuchungen, sodass die Studienlage hier unzureichend ist.

Dieser Artikel wurde von dem Arzt und Autor Markus Vieten aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.
 

Kommentar

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