Fall: Ein 10-jähriger Junge hat Anfälle und wird häufig ohnmächtig – warum ist er beim Sport in Todesgefahr?

Shatha M. Khatib

Interessenkonflikte

2. Dezember 2019

Hintergrund

Ein 10-jähriger Junge wurde nach mehreren Ohnmachtsanfällen von seinen Eltern in eine Kinderambulanz gebracht. Diese gingen manchmal mit Versteifungen und/oder rhythmischen Zuckungen der Arme und Beine einer, so genannten generalisierten tonisch-klonischen Anfällen. Die Ohnmachten setzten erstmalig 8 Monate zuvor ein. Nach Angaben der Mutter traten sie am häufigsten entweder am frühen Morgen nach dem Klingeln des Weckers oder beim Sport auf.

Das Kind erzählte, dass die Anfälle ohne Vorwarnung aufgetreten wären. Manchmal waren sie mit Harninkontinenz oder Erbrechen verbunden. Die Eltern berichteten, dass der Junge dabei für etwa eine Minute lang bewusstlos gewesen wäre und dann plötzlich ohne Anzeichen für eine Verwirrtheit und mit vollständiger Erinnerung an alle Ereignisse vor dem Anfall wiedererwacht wäre.

Der Junge kam nach einer komplikationslosen Geburt am errechneten Termin zur Welt. Er litt unter keiner chronischen Erkrankung und nahm keine Medikamente ein. Wegen ähnlicher Symptome wurde einst bei seinem Vater eine Epilepsie diagnostiziert und ab dem 8. Lebensjahr entsprechend behandelt. Der Vater hatte die Therapie jedoch nicht eingehalten und auch ohne Behandlung seit seinem 14. Lebensjahr keine Anfälle mehr gehabt.

Auch bei einem Bruder des Vaters war im Alter von 10 Jahren eine Epilepsie diagnostiziert worden. Dieser starb jedoch während eines Anfalls im Alter von 19 Jahren. Der aktuelle Patient hat einen 8-jährigen Bruder, der gesund ist und weder Anfälle noch Ohnmachten erlebt hat.

Kommentar

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