Schnelle Runde – erstaunlich rasch haben sich GKV und KBV auf Eckdaten zur Honorierung geeinigt: Es gibt 565 Millionen mehr

Ute Eppinger

Interessenkonflikte

28. August 2019

Die Honorare für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten steigen um rund 565 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Verhandlungsrunde zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband. 

Nach nur 2 Gesprächsrunden einigten sich Vertreter von KBV und GKV-Spitzenverband auf eine Steigerung des Orientierungswertes in Höhe von 1,52%. Ab dem kommenden Jahr steigt damit der Wert für ärztliche und psychothera­peu­ti­­sche Leistungen auf 10,9871 Cent, aktuell sind es 10,8226 Cent. In 2020 steigen die Honorare damit um rund 565 Millionen Euro.

Der Orientierungswert bestimmt maßgeblich die Preise der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen. Er wird jedes Jahr neu verhandelt.

„Es ist gut, dass wir eine Einigung mit unserem Vertragspartner erzielen konnten, zumal die Forderungen anfangs weit auseinanderlagen“, so Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, in einer Stellungnahme.

 
Es ist gut, dass wir eine Einigung mit unserem Vertragspartner erzielen konnten, zumal die Forderungen anfangs weit auseinanderlagen. Dr. Andreas Gassen
 

„Wir freuen uns, dass wir trotz schwieriger Verhandlungen mit unserem Vertragspartner eine Einigung zur Anpassung der Preise in der ambulanten Versorgung erzielen konnten. Dies stärkt die ambulante Versorgung und ist damit gut für Patienten und Ärzte. Die Selbstverwaltung zwischen Krankenkassen und Ärzten ist der Ort, an dem solche Entscheidungen partnerschaftlich getroffen werden“, kommentierte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, in einer Stellungnahme die Ergebnisse.

 
Wir freuen uns, dass wir trotz schwieriger Verhandlungen mit unserem Vertragspartner eine Einigung zur Anpassung der Preise in der ambulanten Versorgung erzielen konnten. Stefanie Stoff-Ahnis
 

Anschubfinanzierung für Videosprechstunden

Vereinbart wurde auch, die Videosprechstunde künftig finanziell zu fördern. Ab 1. Oktober 2019 zahlen gesetzlichen Krankenkassen eine Anschubfinanzierung für Ärzte, die Videosprechstunden anbieten. Pro Arzt und Quartal sind bis zu 500 Euro möglich. Die Förderung gilt für 2 Jahre und erfolgt als Zuschlag über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01451 (Bewertung: 92 Punkte / 9,95 Euro). Weitere Anpassungen dazu will der Bewertungsausschuss bis Ende September vereinbaren.

Humangenetische Beurteilungen und Beratungsleistungen (GOP 01841, 11230, 11233 bis 11236) werden ab 2020 aus der morbiditätsbedingen Gesamtvergütung (MGV) genommen und extrabudgetär vergütet – zunächst für 3 Jahre.

Beide Verhandlungspartner einigten sich auch darauf, die bereits bestehende extrabudgetäre Vergütung von Leistungen der In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen (EBM-Abschnitt 19.4.2) außerhalb der MGV um 3 Jahre bis zum 1. Juli 2023 zu verlängern.

„Damit berücksichtigt der Bewertungsausschuss die wachsende Bedeutung genetischer Diagnostik und Beratung“, sagt Gassen. „Davon profitieren insbesondere Patienten mit seltenen Erkrankungen und Krebserkrankungen in der Familie. Angesichts des rasanten Fortschritts der Medizin kann diese Vereinbarung allerdings nur ein erster Schritt sein“, sagt Gassen dazu.

Bereits am 14. August hatten die Vertreter von KBV und GKV-Spitzenverband die regionalen Veränderungsraten der Morbidität und Demografie beschlossen. Neben dem Orientierungswert bilden sie die Grundlage für die regionalen Vergütungsverhandlungen, die im Herbst beginnen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen verhandeln dann mit den Krankenkassen vor Ort, wie viel Geld diese im neuen Jahr für die ambulante Versorgung ihrer Versicherten bereitstellen.

 

Kommentar

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