Quiz: Alles klar beim Asthma bronchiale – kennen Sie diese Auslöser, das Stufenschema und die Kriterien für einen Notfall?

Zab Mosenifar, MD

Interessenkonflikte

27. August 2019

Akute Asthmaanfälle können leicht, mittelschwer oder schwer sein oder einen drohenden Atemstillstand bedeuten. Hier einige Unterscheidungsmerkmale:

Während eines leichten Anfalls können die Patienten nach körperlicher Aktivität, wie z.B. Gehen, Luftnot verspüren. Sie können noch in ganzen Sätzen sprechen und sind dann oft agitiert. Patienten mit einem leichten, akuten Asthmaanfall sind in der Lage, sich flach hinzulegen. Die Atemfrequenz ist dabei erhöht, die Atemhilfsmuskulatur kommt nicht zum Einsatz. Der Puls liegt noch bei < 100/min, ein Pulsus paradoxus (ein übermäßiger Rückgang des systolischen Blutdrucks während der Inspiration) zeigt sich nicht. Auskultatorisch hört man ein mäßiges, oft endexspiratorisches Giemen. Hört man keines, kann es u.U. durch schnelle forcierte Exspiration provoziert werden. Die Sauerstoffsättigung bei Raumluft liegt über 95%.

Bei einem mittelschweren Asthmaanfall ist auch die Atemfrequenz erhöht. Typischerweise wird die Atemhilfsmuskulatur eingesetzt. Bei Kindern sollte auch auf supraklavikuläre und interkostale Einziehungen der Haut zwischen den Rippen und Nasenflügeln (schnelle Bewegungen der Nasenflügel)  sowie auf eine Abdominal-Atmung geachtet werden. Der Puls liegt bei 100 bis 120/min. Man hört ein lautes exspiratorisches Giemen, und es kann ein Pulsus paradoxus vorliegen (10–20 mmHg). Die Sauerstoffsättigung bei Raumluft beträgt 91 bis 95%. Die Betroffenen haben Luftnot beim Sprechen. Säuglinge haben Trinkprobleme und schreien weicher und kürzer. In schwereren Fällen nimmt der Patient instinktiv eine sitzende Position ein.

Bei einem schweren Asthmaanfall haben die Patienten bereits in Ruhe Luftnot, sind appetitlos, sitzen aufrecht, sprechen in einzelnen Worten statt in ganzen Sätzen und sind meist agitiert. Die Atemfrequenz beträgt oft > 30/min. In der Regel wird die Atemhilfsmuskulatur verwendet, suprasternale Einziehungen sind häufig. Der Puls liegt bei > 120/min. Ein lautes biphasisches (exspiratorisches und inspiratorisches) Giemen ist zu hören, und oft ist ein Pulsus paradoxus nachweisbar (20–40 mmHg). Die Sauerstoffsättigung bei Raumluft beträgt < 91%. Mit zunehmender Schwere nimmt der Patient eine immer gebeugtere Sitzposition ein, wobei die Hände den Oberkörper stützen.

Wenn bei einem Kind ein Atemstillstand droht, beobachtet man nicht nur die Symptomatik eines schweren Asthmaanfalls. Das Kind ist dann auch schläfrig und verwirrt. Jugendliche zeigen diese Symptome erst beim akuten Atemversagen. Im Status asthmaticus mit drohendem Atemstillstand kommt es zu paradoxen thorako-abdominalen Bewegungen. Das Giemen kann fehlen (bei schwerster Atemwegsobstruktion), und die schwere Hypoxämie kann in eine Bradykardie münden. Der zuvor erwähnte Pulsus paradoxus kann jetzt fehlen. Diese Zeichen deuten auf eine Ermüdung der Atemmuskulatur hin.

Mit zunehmender Anfallsschwere kommt es zu starkem Schwitzen, das von einem pCO2-Anstieg und Hypoventilation begleitet wird. Bei der schwersten Form des akuten Asthmaanfalls ringen die Patienten um Luft, sind konfus und aufgeregt. Mitunter reißen sie sich die Sauerstoffmaske herunter und sagen: „Ich bekomme keine Luft!“ Dies sind Anzeichen einer lebensbedrohlichen Hypoxie. Bei fortgeschrittener Hyperkapnie kann es zu Bradypnoe, Schläfrigkeit und starkem Schwitzen kommen. Es sind dann kaum noch Atemgeräusche auskultierbar und der Patient will sich ruhig hinlegen.

Kommentar

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