Fall: Das haut einem um – auf dem Spielfeld stößt ein 17-jähriger Sportler mit dem Gegner zusammen: Herzstillstand. Und nun?

Jansen Tiongson, MD; Lisa Chan, MD

Interessenkonflikte

13. August 2019

Hintergrund

Ein Sanitäter kündigte telefonisch in der Notaufnahme die Ankunft eines 17-Jährigen an. In 10 Minuten würde er da sein. Der Junge hatte nach einem Schlag auf die Brust einen Herzstillstand erlitten. Die Spontan-Zirkulation hatte aber wiedereingesetzt und der Jugendliche war wach und orientiert. Vor der Ankunft in der Notaufnahme hatte der Sanitäter noch einen Rhythmusstreifen gefaxt. Er zeigte ein Kammerflimmern, mit anschließender Konversion in den normalen Sinusrhythmus nach einer Defibrillation mit 200 J (Abbildung 1).

Die Rettungsdienstler berichteten weiter, dass der Patient Mittelfeldspieler eines Baseballteams ist und gerade versucht hatte, einen Ball zu fangen, als versehentlich ein Teamkollege mit ihm zusammenprallte und ihn mit dem Ellenbogen in der Mitte des Brustkorbs traf. Der Patient war sofort zu Boden gestürzt, nicht ansprechbar gewesen und völlig regungslos liegengeblieben.

Sein Trainer hatte, nachdem er keinen Puls feststellen konnte, sofort die kardiopulmonale Reanimation eingeleitet. Der Sanitäter kam 5 Minuten später an und stellte, wie auf dem Rhythmusstreifen vermerkt, ein Kammerflimmern fest. Es wurde ein 200-J-Schock verabreicht, der das Kammerflimmern in einen normalen Sinusrhythmus überführte. Der Patient kam langsam wieder zu sich. Zunächst war er verwirrt und hatte keine Erinnerung an das Geschehene.

Bei der Ankunft in der Notaufnahme beschrieb der Patient leichte Schmerzen in der vorderen Brustwand. Aber keine Kurzatmigkeit, kein Herzklopfen, keine Schwäche und auch keine Verwirrtheit. Er erzählte, dass er nie zuvor ohnmächtig geworden wäre. Der Patient und seine Mutter wussten nichts über schwere Erkrankungen in der Familiengeschichte. Auch nichts, was Arrhythmien, unerklärliche plötzliche Todesfälle oder strukturelle Herzerkrankungen anbelangt. Der Baseballspieler erklärte ferner, dass er genau so intensiv trainieren würde wie das übrige Team, dass er nicht rauchen und auch keinen Alkohol oder andere Drogen, Doping-Substanzen sowie Medikamente einnehmen würde.

Kommentar

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