Quiz: Appendizitis-Alarm – Antibiotika oder Abwarten? Und wie schnell sollten Sie zum Skalpell greifen?

Richard H. Sinert, DO

Interessenkonflikte

28. Juni 2019

Eine Studie von Fair et al., die sich auf Daten des American College of Surgeons National Surgical Quality Improvement Project stützt, um die 30-tägige Morbidität und Mortalität einer Intervention (laparoskopische und offene Appendektomie) in verschiedenen Zeiträumen (angepasst an präoperative Risikofaktoren) zu bewerten, kam zeigte: Die Ergebnisse für eine Appendektomie innerhalb von 24 Stunden und zwischen 24 und 48 Stunden waren ähnlich. Wenn die Operation noch später erfolgt, führt dies zu einer Verdoppelung der Komplikationsraten. Bei Kindern ist die Situation anders: Boomer et al. stellten fest, dass eine verzögerte Appendektomie (16 Stunden nach Vorstellung in der Notaufnahme oder 12 Stunden nach der stationären Aufnahme) bei ihnen mit keiner erhöhten Infektionsrate an der Operationsstelle assoziiert war.

Eine präoperative Antibiose hat sich in zahlreichen prospektiven kontrollierten Studien als wirksam erwiesen zur Senkung der postoperativen Wundinfektionsraten. Sie sollte in Absprache mit dem behandelnden Chirurgen verabreicht werden. Dabei sind Breitspektrum-Antibiotika mit gramnegativer und anaerober Abdeckung indiziert. Bei einer Penicillin-Allergie sollten auch β-Lactamase-Inhibitoren und Cephalosporine gemieden werden. Es scheint jedoch, dass das Risiko von Kreuzallergien lange Zeit überschätzt wurde. Carbapeneme sind eine gute Option bei diesen Patienten. Schwangere Patienten sollten Antibiotika der Schwangerschaftskategorie 1 bis 5 erhalten.

Nach den Leitlinien der Society of American Gastrointestinal and Endoscopic Surgeons (SAGES) von 2010 entsprechen die Indikationen für die laparoskopische Appendektomie denen der offenen Appendektomie. Die SAGES führte folgende Bedingungen für eine laparoskopische Appendektomie auf:

  • unkomplizierte Appendizitis

  • Appendizitis bei pädiatrischen Patienten

  • Verdacht auf Appendizitis bei schwangeren Frauen.

Nach der SAGES-Leitlinie kann in folgenden Fällen die laparoskopische Appendektomie das bevorzugte Vorgehen sein:

  • perforierte Appendizitis

  • Appendizitis bei älteren Patienten

  • Appendizitis bei adipösen Patienten.

Dieser Artikel wurde von dem Arzt und Autor Markus Vieten aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.
 

Kommentar

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