Kollateralnutzen: Wer mit Pausen fastet, senkt gleichzeitig die Triglyzeride besonders stark

Becky McCall

Interessenkonflikte

21. März 2019

Liverpool – Eine kleine Studie bei gesunden, aber übergewichtigen oder adipösen Personen zum Intervallfasten (z.B. 5:2-Diät) zeigt jetzt, dass dieser Ansatz den Triglyzeridspiegel nach einer Mahlzeit um bis zu 40% stärker reduziert als eine herkömmliche Diät mit täglicher Kalorienreduzierung.

 
Wenn man dies wiederholt tut, könnte es für Menschen mit erhöhten Triglyzeridwerten ein vielversprechender Weg sein. Dr. Rona Antoni
 

Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Rona Antoni von der britischen Universität von Surrey hat ihre Arbeit auf der Diabetes UK Professional Conference (DUPC) 2019 vorgestellt [1]: „Nach einem Gewichtsverlust von 5% führte das Intervallfasten in Form einer 5:2-Diät ohne dauerhaft limitierte Begrenzung der Energiezufuhr zu signifikanten Verbesserungen der postprandialen Triglyzeridwerte.“

„Wenn man dies wiederholt tut, könnte es für Menschen mit erhöhten Triglyzeridwerten ein vielversprechender Weg sein“, erklärte sie und betonte zugleich, dass dies das erste Mal sei, dass ein solcher Effekt beim Menschen beobachtet werden konnte.

„Es drängt sich dabei die Frage auf, warum sich die Stoffwechselreaktionen [in der Intervallfastengruppe] von denen in der Gruppe mit kontinuierlich reduzierter Energiezufuhr unterscheiden. Das wird noch untersucht, aber es erscheint auch ein Stück weit plausibel, dass ein Ernährungsansatz, der häufige Fastenperioden beinhaltet, den Körper darauf trimmt, das Fett aus einer Mahlzeit möglichst effizient zu verstoffwechseln“, bemerkte Antoni.

Vergleich des Stoffwechsels bei verschiedenen Diäten

In ihrer Studie untersuchte Antoni die langfristigen Auswirkungen von Intervallfasten (5:2-Diät mit gesunder normaler Ernährung über 5 Tage und 630 kcal/Tag über 2 Tage) im Vergleich zu einer moderat verminderten täglichen Nahrungszufuhr (600 kcal unter dem Tagesbedarf) bei insgesamt 27 gesunden, übergewichtigen oder adipösen Teilnehmern (BMI: 30,1 ± 1,0 kg/m2).

Die Studie forderte von allen Teilnehmern eine Gewichtsreduktion um 5%. Vor und nach dem Erreichen dieses Ziels wurde der postprandiale Glukose- und Lipidstoffwechsel beurteilt. Dies sei notwendig gewesen, da eine „ungleiche Gewichtsreduktion zwischen den Gruppen den Vergleich der Stoffwechselsituationen verzerrt hätte“. Antoni weist darauf hin, dass sich dieser Ansatz von dem der meisten anderen Studien zur Gewichtsreduktion unterscheidet.

 
Der Schwerpunkt der Studie lag auf dem postprandialen Stoffwechsel, während die meisten früheren Studien den Stoffwechsel im nüchternen Zustand untersuchten. Dr. Rona Antoni
 

„Der Schwerpunkt der Studie lag auf dem postprandialen Stoffwechsel, während die meisten früheren Studien den Stoffwechsel im nüchternen Zustand untersuchten“, erklärte sie. „Wir verbringen drei Viertel unseres Tages in einem postprandialen Ernährungszustand und Beeinträchtigungen des postprandialen Glukose- und Lipidstoffwechsels sind unabhängige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“

Mit diesem Real-World-Setting „wollten wir herausfinden, ob die intermittierende Energiezufuhr über die reinen Auswirkungen auf das Körpergewicht hinaus auch deutliche metabolische Vorteile bietet“.

Ebenfalls bewertet wurden Veränderungen der Körperzusammensetzung und die Zeit, die erforderlich war, um das Ziel der Gewichtsreduktion um 5% zu erreichen.

Intervallfasten führte zu schnellerer Gewichtsreduktion

Antoni bemerkte, dass die Intervallfastengruppe mit der 5:2-Diät den Endpunkt der 5%igen Gewichtsreduktion schneller erreicht hatte (durchschnittlich 59 Tage), als die Gruppe, in der eine tagtägliche moderate Limitierung der Energiezufuhr verfolgt worden war (durchschnittlich 73 Tage).

„Es gab vergleichbare Verbesserungen bei der Adipositas und der Waist-to-Hip-Ratio und es wurden keine Unterschiede bei den Nüchtern-Glukose-Werten oder bei den Lipidprofilen festgestellt“, sagte sie.

Das wichtigste Ergebnis der Studie sei, so Antoni, dass sich Unterschiede im Stoffwechsel zwischen den beiden Formen der Gewichtsabnahme erst in der postprandialen Phase zeigten. Ein Gewichtsverlust von 5% führte beim Intervallfasten (5:2-Diät) zu einer signifikanten Verringerung der postprandialen Triglyzeridwerte, jedoch nicht in der anderen Gruppe.

„Die häufigen Fastenphasen könnten im Vergleich zu kontinuierlichen Diätansätzen klare metabolische Vorteile bieten“, sagte Antoni. „Dies zeigt, dass durch Intervallfasten die postprandialen Triglyzeridwerte besser gesenkt werden, was besonders bei Personen mit bereits erhöhten postprandialen oder Nüchtern-Triglyzeridwerten potenzielle Interventionsansätze bietet.“

 
Ich würde aufgrund dieser Daten vermuten, dass sich eine postprandiale Senkung der Triglyzeride wiederum positiv auf das LDL auswirkt. Dr. Ian Davies
 

Und aus Sicht der Ernährungsexpertin: „Der Hauptanreiz bei der intermittierenden Begrenzung der Energiezufuhr besteht darin, dass sie nicht tagtäglich erforderlich ist.“

Medscape bat Dr. Ian Davies, Co-Moderator der Konferenz und Ernährungswissenschaftler an der John Moores University in Liverpool, UK, mit Forschungsschwerpunkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, um einen Kommentar: „Ich würde aufgrund dieser Daten vermuten, dass sich eine postprandiale Senkung der Triglyzeride wiederum positiv auf das LDL auswirkt“, sagte er.

Dies geschehe dann wahrscheinlich über einen Einfluss auf die Größe der LDL-Partikel, was zu „größeren Partikeln mit stärkerem Auftrieb führt, die ... weniger atherogen sind als die kleinen, dichten“, erklärte er gegenüber Medscape.

Dieser Artikel wurde von Markus Vieten aus www.medscape.com  übersetzt und adaptiert.
 

Kommentar

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