Fall: Bauchweh, Kopfschmerzen, wenig Appetit – und dann die Schockdiagnose für diesen 43-Jährigen. Haben Sie einen Verdacht?

Dr. Craig A. Goolsby, Dr. Winston Tan, Dr. Lewis J. Kaplan, Dr. S.A. Jamal Bokhari, Dr. Andréa B. Lese, Luis M. Soler

Interessenkonflikte

28. Januar 2019

Körperliche und apparative Untersuchungen

Bei der Untersuchung fühlte sich der Patient unwohl. Er klagte über Kopf- und Bauchschmerzen. Seine Körpertemperatur betrug bei oraler Messung 37 °C. Sein Puls war regelmäßig bei einer Frequenz von 126/min. Der Blutdruck lag bei 120/82 mmHg, die Atemfrequenz bei 16/min.

Bei der initialen körperlichen Untersuchung konnten die Ärzte weder Hautausschläge oder Zyanose noch Blässe oder Gelbsucht feststellen. Die Untersuchung von Kopf und Hals blieb unauffällig. Die Lungen waren auskultatorisch frei. Bei der Auskultation des Herzens wurden rasche 1. und 2. Herztöne ohne Herzgeräusche registriert.

Das Abdomen war etwas vorgewölbt und über dem Epigastrium und dem rechten oberen Quadranten leicht bis mittelgradig druckschmerzhaft – bei gleichzeitiger leichter willkürlicher Abwehrspannung (kein Loslass-Schmerz). Die Leber war tastbar vergrößert ohne gleichzeitige Splenomegalie. Klinische Hinweise auf einen Aszites fanden sich nicht. Es wurden keine Operationsnarben festgestellt. Die Darmgeräusche waren vorhanden. Die Untersuchung der Extremitäten führte zu normalen Befunden.

Die erste Analyse der Laborwerte ergab folgende Werte:

  • Natrium 137 mmol/l

  • Kalium 4,6 mmol /l

  • Harnstoff-Stickstoff 14 mg/dl

  • Kreatinin 0,72

  • Leukozyten 17,4 × 103/µl

  • Thrombozyten 140 × 103/µl

  • Hb 10,2 g/dl und Hkt 31,6%

  • für die Leber: Albumin 2,6 g/dl, Gesamtbilirubin 0,5 mg/dl, alkalische Phosphatase 449 U/l, AST 49 U/l, ALT 13 U/l

Eine erste Thorax-Röntgenaufnahme zeigt rechts eine minimale basale subsegmentale Atelektase ohne weitere Anzeichen einer akuten kardiopulmonalen Erkrankung. Im kranialen CT ohne Kontrastmittel fanden sich keine Auffälligkeiten. Auch ein kraniales MRT mit und ohne Kontrastmittel zeigte ein normales Bild.

Im Abdomen-CT fanden sich zahlreiche flaue hypodense Läsionen in der Leber. Diese Läsionen waren unterschiedlich groß und unscharf begrenzt. Einige wiesen die Dichte von Wasser auf, andere die von Eiweiß. Manche Läsionen zeigten ein leichtes Enhancement. In der linken Magengegend, peripankreatisch, in Höhe des Truncus coeliacus sowie in der Porta hepatis waren vergrößerte Lymphknoten zu sehen (s. Abb. 1 und 2). Es wurde ein Gastroenterologe hinzugezogen und die Durchführung einer Ösophagogastro-Duodenoskopie (s. Abb. 3) sowie eines MRT der Leber empfohlen, um die Leberläsionen weiter zu untersuchen.

Kommentar

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